Es hätte so schön sein können! Bis Mitte der Woche verbuchte das vom Researchhaus thescreener.com für stocksDIGITAL automatisiert geführte Musterdepot YTD – seit Jahresbeginn – bereits ein Plus von 3,4 Prozent. Doch dann machte der unerwartete Notenbankentscheid der Schweizerischen Nationalbank am Donnerstag die schöne Performance zunichte. Der gesamte Schweizer Aktienmarkt rutschte in den Keller.  

Da kann sich so gut wie nichts und niemand dagegen stemmen. Das Portfolio macht da keine Ausnahme. Auch wenn die aktuellen Daten bei Redaktionsschluss noch nicht vorgelegen haben – zu den Verlierern im Depot zählten wie am gesamten Aktienmarkt Unternehmen mit vergleichsweise starker internationaler Ausrichtung und damit mit einer starken Abhängigkeit vom Wechselspiel der Währungen.

Fokus auf die Schweiz – niedrigere Kursverluste

So sind die Aktien von Givaudan und Tecan mit einem Kursminus von jeweils rund 10 Prozent ähnlich stark zurückgefallen wie der SMI, in dem ja die meisten Unternehmen stark auf den Euro- und Dollarraum fokussiert sind. Deutlich stabiler zeigten sich Titel, die mehr oder weniger auf die Schweiz ausgerichtet sind, wie etwa Emmi oder Tamedia. Beim Milchverarbeiter lag das Kursminus mit rund 5 Prozent nur halb so hoch wie bei den Blue Chips, beim Medienunternehmen zeigte sich sogar nur ein Tagesverlust von 2,5 Prozent.

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Auch Flughafen Zürich erwies sich mit einem Kursrückgang von nur 2,2 Prozent fast schon als werthaltig. Da wirkten wahrscheinlich noch die guten Verkehrszahlen aus 2014 nach, die am Mittwoch präsentiert worden sind: Die Passagierzahl am Airport Kloten kletterte im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf rund 25,5 Millionen Menschen – neuer Rekord –, das Frachtvolumen legte sogar um 3,5 Prozent auf rund 430'000 Tonnen zu. In einem besseren Börsenumfeld wäre da wahrscheinlich wie von stocksDIGITAL an dieser Stelle bereits mehrfach prognostiziert der Sturm auf die 700-Franken-Marke fast unvermeidlich gewesen. Aber der Höhenflug ist ja nicht abgesagt und kann mit einer mehr oder weniger langen Verschnaufpause weitergehen.

Immobilientitel halten sich stabil

Anders als normale Aktien ging der Kurseinbruch infolge Frankensprung an Immobilientiteln völlig vorbei. Da macht sich bezahlt, dass die Position des Sektors im Depot in den letzten Wochen massiv ausgebaut worden ist. Während der SMI gestern 8,7 Prozent einbüsste, lag das Minus beim Depotwert Swiss Prime nur bei 1,5 Prozent. Allreal schloss am Tagesende sogar nur mit einem Verlust von weniger als 1,0 Prozent. Intershop ging unverändert aus dem Handel.

Immobilienwerte erweisen sich damit erneut als Fels in der Brandung und spielen ihre Stärke mit vergleichsweise geringer Volatilität aus. Geringe Volatilität ist ja bekanntermassen für Börsianer ein Zeichen von einem erwarteten geringeren Kursrisiko in Form von mehr oder weniger starken Kursausschlägen. Während die Volatilität im SMI mit dem Volatilitätsindex VSMI am Donnerstag auf bis zu 35 Prozent hochgeschossen war und bei 25 Prozent aus dem Handel ging, hielt sie sich mit 13,1 Prozent bei Swiss Prime und bei Allreal mit 11,7 Prozent auf einem sehr niedrigen Niveau. Bei Intershop lag die Volatilität sogar nur bei unglaublich niedrigen 8,2 Prozent. Das ist wohl annähernd ein Weltrekord für einen Einzelwert! Selbst die sonst am Schweizer Aktienmarkt erreichten Volatilitäts-Tiefs von 9,2 Prozent im SMI, zuletzt im 2005, sind da noch schlechter. Auf jeden Fall werden sich die Immobilientitel im Depot wohl auch bei einer fortgesetzten holprigen Börsenfahrt in den nächsten Tagen oder Wochen als stabiler Anker erweisen.

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Mehr zur Systematik des Depots finden Leser unter thescreener.com.