Banken specken ab. Als Beispiel die Credit Suisse. Im ersten Quartal lag die Zahl der Mitarbeiter beim Geldinstitut aus Zürich mit rund 45'600 um 2,8 Prozent unter dem Stand des Vorjahreszeitraums. Beispiel UBS: Dort sank der Personalstand von rund 62'000 Menschen vor einem Jahr auf knapp 60'000 Personen per Ende März. Das bedeutet einen Rückgang um rund 3 Prozent.

Banken wandern ab. Seit 2008 schlossen 52 nationale und internationale Banken und ihre Vermögensverwaltungen ihre Ableger in Zürich.

Schweizer Banker – die Löhne steigen nicht

Banker fallen ab. Zumindest, wenn es um die Entwicklung von Lohn und Bonus geht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Beratungsfirma Michael Page bei Bankern in 45 Ländern zur Lage und Stimmung in der Branche.

Schweizer Banker fallen beim Lohn tatsächlich zurück. Wie Michael Page berichtet, gaben 68 Prozent der Umfrageteilnehmer aus der Schweiz an, ihr Lohn sei 2013 nicht gestiegen. Im Jahr davor lag die Quote nur bei 54 Prozent. Die Situation in anderen Ländern sieht hingegen deutlich besser aus. 50 Prozent der Befragten berichten dort über Lohnerhöhungen.

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… und die Boni fallen

Und wer doch mehr Geld bekommen hat, musste sich im internationalen Vergleich mit kleineren Steigerungen zufriedengeben. Laut Umfrage erhielten 2013 nur 15 Prozent der Schweizer Banker Lohnerhöhungen von mehr als 5 Prozent. International lag die Quote bei 27 Prozent und damit doppelt so hoch. Immerhin sind die Lohnkürzungen in der Schweiz derzeit wohl vorbei. Berichteten vor einem Jahr noch 13 Prozent der Umfrageteilnehmer von Lohnrückgängen, so sind es jetzt nur noch 3 Prozent. 

Auch die guten Boni-Zeiten sind passé. Bekamen 2012 noch 52 Prozent der Befragten Schweizer Banker eine Sonderzahlung, so waren es Ende 2013 nur noch 49 Prozent. Insgesamt erhielten laut Umfrage 57 Prozent aller Teilnehmer Bonuszahlungen. Auch die Boni wurden kleiner. 2012 bekamen noch 28 Prozent der Schweizer Banker einen Bonus von mehr als 50 Prozent bezogen auf das Grundgehalt, im vergangenen Jahr waren es nur noch 3 Prozent der Teilnehmer. International betrachtet, lag die Quote mit 9 Prozent dreimal so hoch.

Nur geringe Karrierechancen in den USA

Insgesamt werden kleinere Brötchen gebacken. Im vergangenen Jahr erhielten 80 Prozent der Schweizer Bankmitarbeiter Boni von bis zu 20 Prozent des Grundgehalts, vor einem Jahr mussten sich nur 37 Prozent mit einem Bonus von bis zu 20 Prozent zufriedengeben.  

Die Schweiz unterscheidet sich aber nicht nur hinsichtlich Lohnzuwächsen und Boni vom internationalen Bankenparkett, sondern auch bei der Markteinschätzung. Während nur 26 Prozent der Teilnehmer der Umfrage davon ausgehen, dass die besten Karrierechancen im Raum Asien–Pazifik liegen, sehen das 40 Prozent der Schweizer Banker so. Auf dem Kopf steht auch die Einschätzung der Karrierechancen bei einem Job in den USA. Während in der Umfrage insgesamt 26 Prozent der Teilnehmer glauben, dass es dort die besten Karrierechancen gibt, erwarten das nur 7 Prozent der Schweizer Banker.

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Schweizer Spezialität: Jobsuche online ist gefragt

Interessant sind auch die unterschiedlichen Erwartungen bei der Jobsuche. Zwar vertrauen sowohl Schweizer Finanzexperten wie auch ihre Kollegen in anderen Ländern vor allem auf Personaldienstleister und auf eigene Kontakte, doch das Internet hat in der Schweizer Bankenszene einen vergleichsweise hohen Stellenwert. 49 Prozent rechnen sich bei der Jobsuche online die besten Chancen aus. International sind es nur 35 Prozent.

Erstaunlich sind die Einschätzungen hinsichtlich der Auswirkungen der Finanzkrise auf den Banker-Job. Obwohl die Schweizer bei Lohn und Bonus vergleichsweise schlechter abschneiden, scheint bei ihnen die Stimmung besser zu sein als international. So sehen international 70 Prozent der Umfrageteilnehmer weniger Entwicklungsmöglichkeiten in ihrem Job, in der Schweiz sind das aber nur 59 Prozent. Und auch der Stresslevel wird international anders wahrgenommen. Insgesamt berichten 59 Prozent der Befragten über mehr Stress im Job seit der Finanzkrise, in der Schweiz sind das nur 50 Prozent. Und bei der Arbeitszeit geben international 46 Prozent an, infolge Finanzkrise mehr zu arbeiten, in der Schweiz sind das nur 39 Prozent.

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Gedämpfte Erwartungen an den Standort Schweiz

Für den Finanzsektor als Ganzes sind Schweizer Banker hingegen deutlich weniger zuversichtlich. Während international 58 Prozent der Teilnehmer glauben, der Sektor werde in diesem Jahr wachsen und nur 15 Prozent davon ausgehen, dass die Branche schrumpfen wird, rechnen hierzulande nur 45 Prozent mit Wachstum. 28 Prozent erwarten einen Rückgang. Ein weiterer Stellenabbau bei Grosskonzernen wie UBS und Credit Suisse wäre damit keine allzu grosse Überraschung.