Ausspannen, die Familie treffen oder auf Skiern ein paar letzte Schwünge durch den Frühlingsfirn ziehen – so könnte das Programm der kommenden Tage für viele Menschen aussehen. Besonders heftig dürfte in diesem Jahr die Finanz-Community die Ferien herbeisehnen. Schliesslich waren die vergangenen Wochen und Monate für alle, die ihr Geld an den Kapitalmärkten verdienen, nicht gerade einfach.

Beispielsweise scheiterte der SMI mehrmals am Versuch, über den Widerstand bei 8500 Punkten auszubrechen. Im Anschluss daran setzte es für den Leitindex mitunter heftige Rückschläge. Das unruhige Börsenklima zeigt sich im VSMI, der die Volatilität des SMI und damit die Schwankungsintensität anzeigt. In den letzten Monaten gab es im Volatilitätsindex mehrmals starke Ausschläge zwischen 12 und 17 Prozent. Gross ist das Rätselraten nun unter Strategen, Analysten und Investoren: Geht der seit mehr als fünf Jahren laufende Bullenmarkt zu Ende?

Politische Börsen haben kurze Beine

Wer sich selbst bei der Suche nach dem Osternest mit dieser Aussage quält, sollte seine Gedanken auf die zentralen Bestimmungsfaktoren der aktuellen Marktphase lenken. Eine zentrale Rolle spielt, wie schon so oft, die geopolitische Grosswetterlage. Insbesondere der schwelende Konflikt in der Ukraine macht Investoren Sorgen. Keine Frage: Die Lage ist brisant, und eine Eskalation hätte wohl weitreichende Folgen.

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Allerdings dürften weder der Westen noch Russland daran ein Interesse haben. Das gilt umso mehr, da Moskau schon jetzt unter massiver Kapitalflucht leidet. Kurzum: Auch in diesem Fall dürfte sich der alte Spruch «Politische Börsen haben kurze Beine» wieder einmal bewahrheiten.

China – ein Absturz ist unwahrscheinlich

Als ein weiterer Stolperstein gilt China. Im Reich der Mitte hat sich das Wirtschaftswachstum merklich abgeschwächt. Im ersten Quartal legte das Bruttoinlandprodukt um 7,4 Prozent zu – die niedrigste Steigerungsrate seit anderthalb Jahren.

Gleichwohl zeigen sich die Behörden der Volksrepublik damit zufrieden. Schliesslich befindet sich China in einem Transformationsprozess in Richtung einer vermehrt vom Binnenkonsum getriebenen Wirtschaft. Sollte das Wachstum zu stark nachlassen, dürfte Peking jedoch nicht mit neuen Konjunkturspritzen zögern.

EZB – Geldschleusen öffnen sich

Stichwort Impulse: Eine tragende Rolle fällt an der Börse weiterhin den westlichen Notenbanken zu. In den USA drosselt das Fed die expansive Geldpolitik bereits mit kleinen Schritten. Gleichzeitig scheint die neue Präsidentin, Janet Yellen, noch nach der richtigen Tonart für die Moderation der Zinswende zu suchen.

Davon kann in der Eurozone keine Rede sein. EZB-Chef Mario Draghi denkt laut über weitere unkonventionelle Massnahmen nach, um das Deflationsgespenst vertreiben zu können. Da die Währungsunion extrem darauf angewiesen ist, dass sich der laufende Aufschwung verfestigt, könnte Draghi den Anlegern schon bald ein weiteres süsses Ei in Form einer weiteren Lockerung der Geldpolitik ins Nest legen.

Berichtssaison und Schaukelbörse

Die Frage ist nur, ob es der Geldpolitik dauerhaft gelingen wird, die Märkte mit solchen Geschenken bei Laune zu halten. Sämtliche Massnahmen könnten verpuffen, wenn die Unternehmen aus der Reihe tanzen. Die bisher vorgelegten Zahlen zeigen, dass die Erwartungen an die Berichtssaison zu Recht sehr tief lagen. Allerdings gehen Analysten fest davon aus, dass die Geschäfte in den kommenden Monaten anziehen werden. Die Umsatzzahlen von Nestlé passen da voll ins Bild. Im ersten Quartal verfehlte der Nahrungsmittelriese die Erwartungen. Gleichwohl hält der Konzern am Wachstumsziel für 2014 fest. «Die Leistung wird in der zweiten Jahreshälfte stärker ausfallen und den Markt übertreffen», gibt sich CEO Paul Bulcke zuversichtlich.

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Syngenta hingegen war am Mittwoch gefragt. Der Saatgutspezialist lag im Rahmen der Erwartungen und will den Umsatz steigern. Die Credit Suisse hingegen enttäuscht mit Zahlen unter dem Konsens der Analysten. Hier schliesst sich der Kreis. Sowohl die Börse als auch Unternehmen wie Nestlé, Syngenta oder Credit Suisse hängen in den kommenden Monaten von den beschriebenen Bestimmungsfaktoren ab. Weder darf der Konflikt in der Ukraine ausufern, noch die Wirtschaft in China zu stark an Schwung verlieren. Gleichzeitig spielt Mario Draghi für Konjunktur und Kauflaune in Europa eine wichtige Rolle. In diesem Sinn sollten Anleger die freien Tage geniessen – an den Märkten dürfte sich die Schaukelbörse mit unruhiger Tendenz bis auf Weiteres fortsetzen.

Von der Handelsspanne profitieren

Trading-orientierte Anleger können auf die Fortsetzung der aktuellen Schaukelbörse setzen. Der SMI läuft seit Januar in einer Trading-Range zwischen 8100 und 8500 Punkten. Bei einem weiteren Rücksetzer des Index in den Bereich der unteren Begrenzung dieser Handelsspanne könnte sich der Einstieg mit einem Call (ISIN: CH0214862382, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils bei 7617 Punkten, Bezugsverhältnis 500:1) auf den SMI lohnen, und der mögliche kursmässige Turnaround des Index könnte sich hebeln lassen.

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Klettert der Markt hingegen in den Bereich der oberen Begrenzung, setzen Anleger mit einem Put (ISIN:  CH0232794005, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 8950 Punkte, Bezugsverhältnis 500:1) auf ein Abprallen von dieser Zone wieder nach unten. Auch hier bestehen mit dem Hebelprodukt schöne überproportionale Gewinnchancen.