Ukraine und kein Ende, die Schaukelbörse infolge des Konflikts im osteuropäischen Land nervt und nervt. Drei steile Kurszacken weist der SMI-Chart in diesem Jahr schon auf. Nach einem Anstieg bis Mitte Januar um 300 Punkte folgte bis Anfang Februar ein rasanter Kursverfall im Schweizer Leitindex um 400 Punkte. Dann ging es bis Anfang März 500 Punkte nach oben bis auf ein Sechs-Jahres-Hoch. Im März brach die Börse wieder um rund 300 Punkte ein, um bis April erneut in der gleichen Höhe zu steigen. Seit zwei Wochen gibt es nun wieder einen Kursverfall.

Viel hängt von den Verhandlungen der USA, der EU und von Russland ab. Kommt eine Verständigung über das weitere Vorgehen in der Ukraine zustande, könnte das den Markt ganz schnell beruhigen und den nächsten Trendwechsel nach oben bringen. Vielleicht schafft der SMI schon Ende April das nächste Sechs-Jahres-Hoch. Die Sorgen sind dann aber immer noch nicht vorbei, denn dann kommt der Mai. 

Was dran ist an «Sell in May»

Seit vielen Jahren sind Anleger verunsichert und fragen sich: Sell in May and go away? Soll ich im April oder spätestens Anfang Mai meine Aktien verkaufen, in Urlaub fahren und erst nach der Sommerpause wieder einsteigen? Denn, stimmt die alte Börsenweisheit, dann drohen im Mai Kursverluste, und auch die folgenden Sommermonate sollen zäh verlaufen. Schliesslich sind im Sommer Finanzakteure im Urlaub, wichtige Impulse für den Markt sollen dadurch fehlen.

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Was ist dran an dieser Story? Nimmt man die Statistik seit dem Start des SMI, dann zeigt sich ein etwas anderes Bild: In 17 von 26 Jahren seit 1988 gab es im Mai Kursgewinne im Index. Neun Mal fielen die Notierungen im Mai. In 65 Prozent der Mai-Monate konnten Anleger damit im Mai mit dem SMI Geld verdienen.

Der Börsensommer – durchwachsene Bilanz

Weniger eindeutig war jedoch die Entwicklung zwischen April und September. Jeweils in rund der Hälfte dieses Zeitraums schlossen Schweizer Blue Chips seit 1988 mit Gewinn oder mit Verlust. Möglicherweise sind viele Börsianer im Sommer tatsächlich in einer Hitzestarre.

Trotz der Mai-Angst und häufig durchwachsener Sommermonate lohnt sich der Ausstieg dennoch nicht. «Hin und her macht Taschen leer», lautet eine andere Börsenweisheit, die statistisch nicht belegt werden muss, sondern, die sich bei häufigem Traden am Kontostand zeigt. Denn beim Verkauf der Positionen im Depot und beim späteren Wiedereinstieg sind schnell 1,0 bis 2,0 Prozent Gebühren fällig. Möglicherweise verpasst man auch den idealen Aus- und Wiedereinstiegszeitpunkt und verliert dadurch weitere wichtige Prozente. Es gibt auch Jahre, in denen der Aktienmarkt in den Sommermonaten um 20 Prozent und mehr gestiegen ist.

Auf den langfristigen Trend setzen

Da ist schliesslich auch noch der Trend – er ist ja bekanntermassen der Freund der Anleger. Und er verspricht generell steigende Notierungen. In einem langen Zeitraum gibt es technologischen Fortschritt, neue Entdeckungen und Erfindungen, Effizienzprogramme und Kostensenkungen in den Unternehmen, das Wachstum der Wirtschaft ganz allgemein. Dazu kommt Inflation. Sach- und Produktivkapital wie Aktien und Immobilien behalten bei einem höheren Preisanstieg ihren realen Wert und steigen folglich im Kurs.

Anleger, die trotz der häufigeren Kursgewinne im Mai aussteigen wollen, können alternativ zum Verkauf des Depots zum Put greifen (ISIN CH0232782869, Knock-out und Basispreis jeweils 8946 Punkte, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 500:1). Das spart Umschichtungskosten und nervenden Zeitaufwand. Und sollte der Mai wider statistischer Erwartung schwach ausfallen, kann man damit Verluste im Depot ganz oder teilweise ausgleichen.

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