Am 7. September blickte die Welt wieder einmal nach Kalifornien: Apple präsentierte an diesem Tag die neueste Version des iPhone. Grosse technische Innovationen enthält die nunmehr siebte Auflage des Smartphone-Bestsellers nicht, aber die Besitzer können mithilfe der entsprechenden App demnächst «Super Mario Run» spielen. Informationen zum spektakulärsten Detail des smarten Telefons waren schon Ende August durchgesickert: Am iPhone 7 gibt es keine Kopfhörerbuchse mehr. Stattdessen müssen Nutzer spezielle kabellose Kopfhörer kaufen. Die sogenannten AirPods kosten «schlappe» 179 Franken.

Anleger zeigten sich zunächst wenig begeistert. In den zwei Handelstagen nach der Präsentation des iPhone 7 fiel der Kurs der Apple-Aktie um fast 5 Prozent. Analysten bleiben trotzdem mehrheitlich optimistisch – und die weitere Kursentwicklung gab ihnen bereits Recht: Seit dem Einbruch in den Tagen nach der iPhone-Präsentation ist der Kurs der Apple-Aktie schon wieder deutlich gestiegen. Aktuell notiert er bei 111.10 Franken. Das iPhone 7 war schon vor dem Verkaufsstart in der vergangenen Woche ausverkauft. Nebst den US-Investmentbanken J.P. Morgan und Citigroup raten auch die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse zum Kauf der Apple-Aktie.

Nicht nur die Riesen sind interessant

Wer vom Erfolg der Smartphone-Branche profitieren will, sollte sich indes nicht nur auf die Aktien der grössten Hersteller Apple und Samsung konzentrieren. Denn längst drängen auch andere Hersteller auf den Markt und machen den beiden Platzhirschen Konkurrenz. Schliesslich sind Smartphones inzwischen allgegenwärtig. Junge Chinesen organisieren inzwischen ihr gesamtes Leben via Mobiltelefon: Sie kaufen damit ein, bestellen Essen, bezahlen die Stromrechnung, Frauen messen sogar ihre Fruchtbarkeit mithilfe spezieller Apps. Eine ähnliche Tendenz gibt es auch im Westen.

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Der chinesische Smartphone-Hersteller Coolpad profitiert davon. Er verkauft neuerdings Geräte namens Modena und Porto auch in der Schweiz und in Deutschland. Bisher war Coolpad vor allem in Osteuropa, Indonesien und Vietnam präsent sowie im Heimatland China. Nun will das Unternehmen weltweit den Siegeszug antreten. An der Börse notiert der Titel des Unternehmens noch auf Pennystock-Niveau. Das könnte sich im Laufe der kommenden Jahre ändern, wenn Coolpad sich dauerhaft im westlichen Smartphone-Markt etabliert.

Weitere asiatische Smartphone-Hersteller

Neben Coolpad haben sich in den vergangenen Jahren weitere asiatische Smartphone-Hersteller am Markt etabliert – etwa der chinesische Hersteller ZTE, der japanische Elektronikkonzern Sony sowie HTC aus Taiwan. Nach einem Kursverlust von 32 Prozent im vergangenen Jahr holt vor allem ZTE derzeit wieder auf: In den vergangenen drei Monaten stieg der Aktienkurs um 25 Prozent. Analysten bescheinigen auch Sony Aussichten auf Kurssteigerungen – in erster Linie wegen der Ausweitung des Geschäfts mit Videospielkonsolen.

Apropos Videospiele: Wer sich für Aktien der Smartphone-Branche interessiert, sollte sich auch den Titel des japanischen Konsolenherstellers Nintendo anschauen. Das Unternehmen geriet aufgrund des grossen Erfolgs der Spiele-App «Pokémon GO» in den Fokus der Anleger, die Nintendo zusammen mit der ehemaligen Google-Tochter Niantic Labs entwickelte. Ab Dezember soll es nun ein Smartphone-Spiel rund um den Kult-Klempner Super Mario im App-Store geben. Serkan Toto, CEO und Analyst von Kantan Games, erwartet mehr als 1,5 Milliarden Downloads für das Spiel: «‹Super Mario Run› könnte ein Mega-Hit werden», erwartet er.

Erfolg auch für Zulieferer der Smartphone-Branche

Auch Zulieferer von Smartphone-Bauteilen profitieren vom Erfolg der Hersteller. Achal Sultania von der Credit Suisse rät etwa zum Kauf der Aktie des Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor und hat das Kursziel jüngst von 34 auf 37 Euro erhöht. Der Valor des britischen Chipherstellers dürfte sich in den kommenden Monaten im Gleichschritt mit der Aktie des Grosskunden aus Kalifornien entwickeln, erwarten Marktbeobachter. In den vergangenen Tagen ging es bereits steil nach oben.

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Neben Dialog Semicondurctor zählt mit AMS auch ein Schweizer Unternehmen zu den Apple-Zulieferern. Überhaupt ist die Branche aus Schweizer Sicht interessant: In fast jedem Smartphone stecken Bauteile made in Switzerland – Sensoren, Kameras oder GPS-Chips. Die börsenkotierten Industriebetriebe Georg Fischer und EMS Chemie etwa verdanken der Smartphone-Branche volle Auftragsbücher. Und der an der US-Börse Nasdaq kotierte Chiphersteller II-VI beliefert unter anderem Blackberry mit Mikrochips. Schweizer Anleger haben also viel Auswahl, wenn sie in die Smartphone-Branche investieren wollen – ob im Heimatland oder im Ausland. Das Interesse an Smartphones und an entsprechenden Anwendungen wird kaum schnell abreissen.