Vor fast genau zehn Jahren gab der damalige Harvard-Student Mark Zuckerberg den Startschuss für Facebook. Das Jubiläum garniert der inzwischen 29-jährige Manager nun mit einem Rekordquartal. Der Umsatz kletterte im Schlussviertel binnen Jahresfrist um fast zwei Drittel auf 2,6 Milliarden Dollar, der Nettogewinn verachtfachte sich von 64 auf 523 Millionen Dollar. Die Zahl der Nutzer stieg auf mittlerweile 1,2 Milliarden Menschen. Im ersten Jahr von Facebook nutzten das soziale Netzwerk erst eine Million Menschen.

Der gewaltige Erfolg der ehemaligen Studentenbude ist mittlerweile auch am Kapitalmarkt angekommen. Nach einer kurzen Durststrecke nach dem IPO zeigt die Kurskurve des weltweit grössten Netzwerks steil nach oben. Seit Mitte 2013 hat sich der Tech-Titel mehr als verdoppelt und die 60-Dollar-Marke überwunden. Der Börsenerfolg geht mit der operativen Wende einher. 2012 erzielte Facebook im mobilen Bereich noch keine Erlöse. Im zweiten Quartal 2013 steuerte die wichtige mobile Werbung nun schon 41 Prozent zu den Werbeeinnahmen bei. Und von Oktober bis Dezember lag der mobile Werbeanteil bereits bei 53 Prozent. Die Facebook-Aktie (ISIN US30303M1027) zählt angesichts der hohen Wachstumsraten zu den interessantesten Titeln innerhalb der Social- Network-Branche.

Twitter enttäuscht mit schwachem Nutzerzuwachs

Leidtragender des Facebook-Erfolgs ist Twitter. Der Kurznachrichtendienst, der im vergangenen Jahr ein fulminantes Börsendebüt gab, legte jüngst enttäuschende Zahlen vor. Das Mitgliederwachstum betrug im Abschlussviertel 2013 nur knapp vier Prozent. Zwar konnte Twitter trotz des schwächsten Wachstums von Nutzerkonten in der Firmengeschichte beim Umsatz mit der Verdopplung auf 665 Millionen Dollar die Erwartungen übertreffen, doch auf der Gewinnseite stand ein hoher Verlust. Das Minus türmte sich auf 518 Millionen Dollar, in der Vorjahresperiode waren es hingegen vergleichsweise bescheidene 9 Millionen Dollar.

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Zwar verspricht der Twitter-CEO Dick Costolo Besserung, doch wie er Twitter schneller wachsen lassen will und vor allem, wie er mittelfristig Gewinne erzielen möchte, verrät er nicht. An der Börse wurde das enttäuschende Zahlenwerk mit einem Kurssturz von 20 Prozent bestraft. Nicht nur, dass sich die Zweifel am Geschäftsmodell durch die Zahlen weiter verstärken, auch die Bewertung ist mit rund 30 Milliarden Dollar Börsenkapitalisierung auch nach dem Kurseinbruch immer noch hoch. Zum Vergleich: 2014 erwartet Twitter einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Dollar. Da Twitter bisher noch keinen Gewinn geschrieben hat und schwarze Zahlen auch nicht in Sicht sind, drängt sich der Kauf der Aktie (ISIN US90184L1026) im Moment nicht auf. 

LinkedIn hat Geschäftskunden im Visier

Auf soziale Netzwerke im B2B-Bereich hat sich LinkedIn spezialisiert. Das 2003 gegründete Internet-Karrierenetzwerk ist mit 277 Millionen Mitgliedern führend in der Branche. Aber auch hier werden die Marktprognosen nicht erfüllt. Zwar wuchs LinkedIn im abgelaufenen Quartal rasant, Analysten hatten aber noch mehr auf dem Zettel. Der Umsatz kletterte um nahezu die Hälfte auf 447 Millionen Dollar, der Nettogewinn legte von Oktober bis Dezember unterproportional um einen Fünftel auf 48 Millionen Dollar zu. Die Zahl der Mitglieder stieg um 7 Prozent.

Auch mit der Entwicklung bei LinkedIn waren Anleger nicht zufrieden, die Aktie fiel nach Bekanntgabe der Daten um fast 10 Prozent. Wie Twitter auch, muss LinkedIn ihr Geld mit Werbung verdienen und dabei den Schwenk in die mobile Welt schaffen. Zuletzt griffen bereits 41 Prozent der Mitglieder über mobile Geräte auf das Netzwerk zu. Daneben möchte das Unternehmen mit kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaften Geld verdienen. Erst die kommenden Quartale werden zeigen, ob das Geschäftsmodell des US-Konzerns eine Chance hat. Das Karriere-Netzwerk (ISIN US53578A1088) ist mit einem 2015er-KGV jenseits der 70 nicht günstig, zumal das Gewinnwachstum zuletzt enttäuschte.

Als Alternative zu einem Einzeldirektinvestment bietet sich für eingefleischte Anhänger von Social-Medien das in Deutschland gelistete Tracker-Zertifikat (ISIN DE000SG10SN8) der Société Générale auf den Solactive Social Network Index an.

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