Ein langer Abwärtstrend! 19 Monate lang war die Aktie von Sonova im Rückwärtsgang. Seit dem Allzeithoch im September 2014 rutschte der Kurs des Anbieters von Hörgeräten mehr und mehr nach unten. Fünfmal in dieser Zeit prallte die Notierung des Konzerns aus Stäfa im Kanton Zürich dabei teilweise sehr heftig von der oberen Begrenzungslinie des Trendkanals nach unten ab.

Jetzt allerdings ist der Knoten geplatzt – die Sonova-Aktie konnte Mitte der Woche fulminant aus dem Abwärtstrend nach oben ausbrechen und zählt damit schon auf Wochensicht zu den Top-10-Performern im SPI.

Zukauf – der Sonova-Kurs zischt ab

Auslöser des Kursschubs um mehr als 4 Prozent am Mittwoch war die Bekanntgabe der geplanten Übernahme des niederländischen Hörakustik-Retailunternehmens AudioNova International für 830 Millionen Euro. Die behördliche Genehmigung für den Deal erwartet Sonova für die zweite Jahreshälfte.

Offensichtlich waren die Anleger begeistert. Immerhin kann Sonova mit dem Zukauf ihre Marktposition in vielen Ländern Europas deutlich ausbauen. So bringt AudioNova das SPI-Mitglied vor allem in Deutschland, in den Niederlanden sowie in Polen, Portugal und Italien voran. Während Sonova beispielsweise in Polen und Italien bisher noch keine einzige Filialen hatte, bringt AudioNova in diesen Ländern 174 und 123 Geschäfte mit. Und in Deutschland hat die neue Tochter mit 565 Filialen viermal so viel Geschäfte wie Sonova.

Anzeige

Hörgeräte – grosses Marktpotenzial und nachhaltiges Wachstum

Insgesamt verfügt AudioNova über 1300 Geschäfte in acht Ländern und über einen Jahresumsatz von 360 Millionen Euro. Das Filialnetz des Hörgerätespezialisten aus Stäfä wächst dadurch von etwa 2000 auf 3300 weltweit, in Europa sollen es rund 2600 Geschäfte sein. Mit einer Gewinnspanne auf Basis Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Wertberichtigungen) von 16 Prozent ist die neue Tochter auch ähnlich profitabel wie Sonova selbst und konnte in den letzten Jahren deutlich wachsen.

So baute das Übernahmeziel sein Filialnetz in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent aus. Es besteht enormer Bedarf an Hörgeräten, und es werden wohl 15 Prozent der Erwachsenen sein, die Probleme mit ihrem Gehör haben. Der globale Markt besitzt ein Volumen von 15 bis 16 Milliarden Franken jährlich und wächst im Durchschnitt mit 3 bis 5 Prozent im Jahr.  

Sonova legt überdurchschnittlich zu und baut Marktanteile aus

Überdurchschnittlich schnell konnte Sonova zulegen. In den letzten fünf Jahren lag das durchschnittliche jährliche Wachstum bei 6,3 Prozent. Dabei entwickelten sich die Geschäfte in den Schwellenländern mit einem jährlichen Umsatzplus im selben Zeitraum von durchschnittlich 18 Prozent noch deutlich besser. Nebst der regionalen Expansion bieten auch neue Produkte Wachstumsphantasie wie beispielsweise Implantate von Hörgeräten oder auch ein zusätzlicher Fokus auf mobile Online-Hörtests.

Nachdem Sonova ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2015/16 per Ende September um 1,3 Prozent auf 1,0 Milliarden Franken steigern konnte – bereinigt um Wechselkurseffekte ergab sich ein Anstieg um 6,7 Prozent –, ist nach der vollzogenen Übernahme von AudioNova ab dem nächsten Geschäftsjahr 2017/18 ein Umsatz im Bereich von 2,5 Milliarden Franken drin.

Anzeige

Synergien und ein deutliches Gewinnplus

Sonova-Chef Lukas Braunschweiler will durch den Deal Synergien heben und schon ab dem nächsten Jahr einen positiven Gewinneffekt im Konzern erzielen. Einsparmöglichkeiten könnte es zum Beispiel bei Marketing und Vertrieb sowie in Produktion und Verwaltung geben. Nach Integrationskosten im hohen einstelligen Millionenbereich in diesem Jahr ist danach mit einem prozentual zweistelligen Schub beim Ergebnis je Aktie zu rechnen.

Mit dem Ergebniseffekt von AudioNova wäre schon 2017/18 ein Gewinn im Bereich von 6.50 Franken oder höher vorstellbar. Im Folgejahr könnte das Ergebnis bei voller Nutzung der Synergien bei 7.50 Franken und darüber liegen. Anleger warten aber schon jetzt mit Spannung auf die Jahreszahlen von Sonova am 18. Mai. Nachdem der Akustikexperte im ersten Halbjahr wegen Währungsturbulenzen und schwächeren Geschäften mit Cochlea-Implantaten noch einen Gewinnrückgang von 2.52 auf 2.31 Franken je Aktie melden musste, könnte es im zweiten Halbjahr zur positiven Überraschung kommen. Nach dem Ausbruch aus dem Abwärtstrend könnte damit schon in Kürze das Allzeithoch vom September 2014 bei 152.70 Franken wieder drin sein. Wer mehr verdienen will, greift zum Call (ISIN: CH0308419271, Knock-out und Basis jeweils 110.00 Franken, Laufzeit 17.6.16, Bezugsverhältnis 50:1) und hebelt schnelle Kurssteigerungen bei der Aktie mit einem aktuellen Faktor von 5,5.

Anzeige