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Sportaktien: Jetzt setzen Anleger auf die Ski-WM

Ski-WM 2017: Nicht nur die Sportler kommen in Fahrt. Keystone

Eine schöne Strategie: Fast regelmässig bringen grosse Sport-Events Firmen der Branche hohe Kursgewinne. Nach der Olympiade setzen Anleger jetzt auf die Ski-WM im Engadin. Die Favoriten.

Von Georg Pröbstl
am 08.09.2016

(Fast) immer das Gleiche: Aktien von Sportartikelfirmen zieht es nach grossen Sportevents teilweise steil nach oben. Ende 2014 hatte die Redaktion von stocksDIGITAL vor der Ski-WM in Fail im Februar 2015 Amer Sports, Vail Resorts und Columbia Sportswear empfohlen, und teilweise schon während des WM-Spektakels fingen die Titel an zu laufen. Da waren schnell 50 Prozent und mehr verdient.

Jetzt wieder. Ende 2015 hatten wir vor dem gleichen Hintergrund – Fussball-EM in Frankreich und Olympiade in Rio de Janeiro im 2016 – Sportfirmen zum Kauf empfohlen: Adidas, Nike, Puma, Under Armour waren unsere Favoriten. Die Bilanz: Nike: -10 Prozent. Under Armour: Der «Sportartikler» notiert zwar nur auf dem Startniveau, doch zwischenzeitlich waren beim Anbieter von Schuhen und Trikots Kursgewinne von 15 Prozent drin. Ebenso viel zeigt derzeit die Puma-Aktie, und Adidas ist sogar im Höhenflug. Der Kurs des DAX-Mitglieds schiesst ab und ist so hoch wie nie zuvor. Das Plus seit dem Jahresstart beträgt 60 Prozent.

Schöne Kursgewinne – die Sport-Event-Titel sind nicht mehr günstig, …

Anleger fragen sich: War es das oder wird es mit dem Kurs weiter nach oben gehen? Zuerst einmal sind zwei Punkte interessant: Im nächsten Jahr wird es nicht den wirklich ganz grossen Mega-Sport-Event wie Olympia geben, bei dem viele Sportarten auf dem Prüfstand stehen. Die vier genannten Sportkonzerne bekommen da wohl eher keinen Extra-Rückenwind für ihr Geschäft. Und dann: Die Bewertung. Nike kommt für dieses und für das nächste Jahr auf KGVs von 23 und 20. Bei Under Armour liegt der Konsens der Analysten bei einem 60er- und 45er-KGV für 2016 und 2017. Adidas bringt es auf erwartete Gewinnmultiples von 30 und 26, und Puma bietet eine 52er- und 34er-Gewinnbewertung für dieses und für das nächste Jahr. Bei der letztgenannten Firma ist schon viel vom Potenzial der Neujustierung bereits im Kurs drin.

Angesichts der teilweise hohen Bewertungen scheint einzig Nike noch nicht übertrieben ausgereizt zu sein. Die Aktie des S&P-500-Mitglieds ist sogar charttechnisch gesehen spannend. Der Titel notiert nicht weit unter der oberen Begrenzungslinie seines Abwärtstrends, die bei rund 60 Dollar verläuft. Fällt diese Marke zeitnah, könnte dies schnelle Kursgewinne auf 65 Dollar und darüber bringen.

… aber es gibt vielversprechende neue Favoriten

Während vor allem technisch orientierte Anleger einen Blick auf Nike (ISIN: US6541061031) werfen, setzen ganz besonders fundamental orientierte Börsianer jetzt langsam Winteraktien auf ihre Beobachtungsliste. Denn, wenn schon kein grosser internationaler Mega-Sport-Event bevorsteht, so befindet sich doch immerhin zwischen dem 6. und 19. Februar 2017 die Ski-WM in St. Moritz auf dem Sport-Veranstaltungskalender.

Wie schon vor zwei Jahren in Vail könnten da erneut die beiden Ski-Konzerne Amer Sports (ISIN: FI0009000285) mit Marken wie Atomic und Salomon sowie Columbia Sportswear (ISIN: US1985161066) mit ihrer Sportbekleidung ins Visier der Konsumenten und Börsianer kommen. Während ein WM-motivierter Kursschub bei den Aktien aber eher erst Anfang 2017 zu erwarten ist, sind Amer und Columbia schon jetzt aus technischer Sicht interessant. Konnte Amer doch erst vor wenigen Tagen aus dem Seitwärtstrend nach oben ausbrechen, und jetzt ist auch die obere Begrenzungslinie des Aufwärtstrends – dieser verläuft bei knapp 30 Euro – nicht mehr weit entfernt. Und Columbia ist bei einem moderaten 21er- und 19er-KGV auf der Basis von 2016 und 2017 nicht nur günstig, sondern könnte nun von der unteren Begrenzung des Aufwärtstrends nach oben drehen. Da sind schnelle Kursgewinne von 10 Prozent und mehr möglich.

Regionale Favoriten: Wer im Engadin von der Ski-WM profitieren könnte

Neben den beiden grossen Titeln haben Anleger auch heimische Firmen in Beobachtung, die vom regionalen Sport-Event der Ski-WM im Engadin am Piz Nair profitieren könnten. Und zwar aus dem ausserbörslichen Segment der Berner Kantonalbank im OTC-Handel. Da ist beispielsweise Engadin Mountains (Valor: 3192610) zu nennen. Das Unternehmen entstand 2007 aus der Fusion der St. Moritzer Bergbahnen, der Suvretta Piz Nair, der Celeriner Bergbahnen und der Diavolezza Bahnen und ist der viertgrösste Bergbahnbetrieb der Schweiz. WM-Besucher und Skifans nutzen dort etwa 20 Skilifte und Gondeln sowie elf Restaurants.

Für das Engadin steht eigens ein WM-Spezial im Angebot. Die ersten 50'000 Personen, die beim Veranstaltungsspezialisten Ticketcorner ein WM-Ticket buchen, erhalten eine Extra-Ski-Karte mit 25 Prozent Rabatt auf Skifahrten im Gebiet Engadin und St. Moritz.

Hotels und Bergbahnen – der Sport-Event verspricht eine gute Saison

Auch beim Suvretta House in St. Moritz (Valor: 139553) könnte es sein, dass es ab Februar verstärkt auf der Buchungsliste der WM-VIPs stehen wird. Das Luxushotel ist ein Fünfsterne-Haus und liegt mit seinen Restaurants und rund 170 Zimmern sowie mit zehn Suiten für insgesamt mehr als 300 Gäste etwa zwei Kilometer von St. Moritz entfernt.

Möglicherweise finden aber auch einige der zahlreichen WM-Besucher den Weg in zwei vom WM-Trubel etwas abseits gelegene Destinationen des Alpinsports: Davos und Lenzerheide. Das könnte den Davos Klosters Bergbahnen (Valor: 1727783), SB Pischa (Valor: 235369) oder auch den Lenzerheide Bergbahnen (Valor: 2349727) zusätzliche Gäste und eine starke Wintersaison bringen.

Grundsätzlich sollten Anleger bei Käufen von nichtkotierten Titeln wie Suvretta House, Lenzerheide und Co. immer mit Limit ordern. Denn im OTC-Bereich ist das Handelsvolumen vieler Aktien oft gering. Langsames Einsammeln der gewünschten Titel über einen längeren Zeitraum und die Streuung auf mehrere Werte ist im Hinblick auf die Ski-WM die beste Strategie.

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