Die Übernahme der einsAmobile war ein Knaller und trieb den Aktienkurs von Mobilezone im ersten Halbjahr 2015 um 50 Prozent auf bis zu 17.45 Franken nach oben. Immerhin machte der aus Regensdorf stammende Dienstleister für die Telekomindustrie durch den Kauf des deutschen Distributors für Mobilfunkprodukte auch operativ einen gewaltigen Sprung.

So verdoppelte Mobilezone ihren Umsatz dadurch im vergangenen Jahr auf 859,2 Millionen Franken und steigerte den Gewinn um einen Drittel von 0.71 auf 0.96 Franken je Aktie.

Kursgewinne schmolzen weg

Das Interesse der Anleger an Mobilezone war wegen des Zukaufs Mitte 2015 gross, und in den nachfolgenden zwölf Monaten erodierte der Aktienkurs des Telekomspezialisten sogar. Die Kursgewinne infolge Akquisition waren bis vor wenigen Wochen fast wieder komplett abgeschmolzen.

Nun allerdings brachten die vor einer Woche präsentierten Halbjahreszahlen die starken Perspektiven von Mobilezone nach dem Zukauf wieder in Erinnerung, und das zog den Kurs innert weniger Tage um 10 Prozent nach oben. Die Semester-Zahlen waren überzeugend.

Erstes Semester war gut, das zweite Halbjahr wird wohl noch besser laufen

So steigerte Mobilezone den Umsatz in den ersten sechs Monaten um 71 Prozent auf 523 Millionen Franken, und beim operativen Gewinn gab es einen Schub um 27,7 Prozent auf 18,3 Millionen Franken. Der Gewinn je Aktie kletterte dadurch von 0.33 auf 0.38 Franken. Auch für den Rest des Jahres ist Mobilezone-CEO Markus Bernhard zuversichtlich. So erwartet der Manager für das zweite Halbjahr die Einführung eines neuen iPhones auf dem Markt und daraus Rückenwind für die Vertragsabschlüsse.

Da Mobilezone ohnehin im zweiten Semester in der Regel deutlich bessere Geschäfte macht als in den ersten sechs Monaten eines Jahres, ist bei den Regensdorfern auch wegen der erstmaligen Vollkonsolidierung der Tochter einsAmobile im 2016 mit weiteren Umsatzsteigerungen zu rechnen.

Synergien beginnen zu wirken

Da sich die geplanten Synergien aus der Übernahme zunehmend auswirken, ist beim Ergebnis ein Sprung über die Marke von 1.0 Franken je Aktie zu erwarten. Mit dem geschätzten 12er-KGV auf der Basis von 2017 und einer nachhaltig hohen Dividende von mehr als 4 Prozent könnten bei Mobilezone schon bald neue Kursrekorde drin sein. Da gibt es auch technische Phantasie. Nach den Kursgewinnen der letzten zwei Wochen notiert die Aktie nun nämlich an der oberen Begrenzungslinie des kurzfristigen Abwärtstrends. Möglicherweise wird es zeitnah zu einem Ausbruch kommen.

Übrigens: Das negative Eigenkapital ist eine Folge eines hohen Goodwills aus der einsAmobile-Übernahme. Angesichts des bewährten Geschäftsmodells ist das allerdings wohl eher eine weniger gewichtige buchhalterische Nebenerscheinung.

Mobilezone Holding AG
ISIN
: CH0276837694
Gewinn je Aktie 2017e: 1.15 CHF
KGV 2017e: 12,2
Dividende 2016e: 0,60 CHF/4,3%
EK je Aktie: -0.63 CHF
EK-Quote:-
Kurs/Ziel/Stopp: 14.0/18.50/9.70 CHF
 

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Seit dem Jahresbeginn erreicht das Musterdepot eine Performance von +13 Prozent, während der DAX stagniert. Seit dem Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +259 Prozent (DAX: +63 Prozent).

 

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