Im März 2013 traten das teilrevidierte Kollektivanlagengesetz und die zugehörige Verordnung in Kraft. Seit Anfang dieses Monats gelten die darauf beruhenden Vertriebs- und Transparenzrichtlinien der SFAMA. Diese wurden von der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA im Rahmen der Selbstregulierung als Mindeststandard anerkannt. Sie enthalten verschiedene Vorschriften für den Fondsverkauf.

Unter anderem werden die schriftlich dokumentierte Abklärung der Risikofähigkeit und eine umfassende Risikoaufklärung der Fondsanleger verlangt. Zudem muss Kostentransparenz gewährleistet werden. Die Anleger haben Anspruch auf eine kostenlose Beantwortung ihrer Fragen über die Aussichten und über die mögliche Wirkung des konkreten Fonds in ihrem Portfolio.

Fonds – aggressiver Vertrieb wird untersagt

Den Fondsverkäufern sind aggressive Vertriebspraktiken untersagt, insbesondere das unerwünschte Kontaktieren möglicher Kunden via Telefon – sogenannte Cold Calls – oder über elektronische Medien mit Spam-E-Mails. Unzulässig sind auch Empfehlungen von Fondsverkäufern, die vorab den eigenen Interessen und nicht denjenigen der Anleger dienen wie zum Beispiel das häufige Umschichten der Kundenportfolios.

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Auch die Retrozessionen – also Zahlungen und andere finanzielle Vorteile für den Vertrieb von Fondsanteilen – werden in den Richtlinien geregelt. So haben die Anleger das Recht, über die Höhe der Entschädigung (Berechnungsparameter oder Bandbreite) kostenlos Auskunft zu erhalten. Auf Anfrage müssen auch die effektiv erhaltenen Beträge bekannt gegeben werden. Diese strengeren Regeln, welche auf der SFAMA-Website aufgelistet sind, werden dazu beitragen, dass die Bedürfnisse der Anleger beim Fondsverkauf im Mittelpunkt stehen.

Markus Fuchs, Geschäftsführer Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA