Das waren sicher keine Vorschusslorbeeren. Kaum wurde die Nominierung von Ex-Siemens-Vorstandschef Peter Löscher als Verwaltungsratspräsident bei Sulzer Mitte Februar bekannt, rutschte die Notierung des Maschinenbauers um rund 10 Prozent nach unten. Löscher war im Juli 2013 vom Aufsichtsrat des Münchner Weltkonzerns entlassen worden, erhielt dafür aber als Trostpflaster eine Abfindung für das vorzeitige Ausscheiden von rund 17 Millionen Euro. Dazu kommen Ansprüche für die Altersvorsorge aus der sechsjährigen Amtszeit in der Höhe von 15 Millionen Euro sowie Aktienoptionen.

Das Geschäft mit den Optionen dürfte sich für Löscher auszahlen. Nachdem die Siemensaktie unter seiner Konzernführung zwischen Sommer 2010 und seinem Abtritt drei Jahre später so gut wie nicht vom Fleck gekommen war und dem DAX im selben Zeitraum bei der Performance rund 30 Prozentpunkte hinterherlief, kletterte die Notierung seit der Bekanntgabe des Löscher-Rücktritts deutlich nach oben und liess den deutschen Leitindex um rund 10 Prozentpunkte hinter sich zurück. Löschers Optionspaket soll einen Wert von 13 Millionen Euro haben.

Unterauslastung und Restrukturierungen

Möglicherweise waren die Querelen zwischen dem Österreicher und dem Aufsichtsrat von Siemens der Grund, weshalb der Spitzenmanager am helllichten Nachmittag in Münchens Nobel-Einfkaufsstrassen beim Shoppen in Begleitung junger «Siemensianer» als Tütenträger beobachtet werden konnte, anstatt im Siemens-Hauptquartier am Wittelsbacherplatz.

Sulzer kämpft derzeit mit fallenden Umsätzen. So verbuchte der Anbieter von Produkten wie Pumpen, Bergbauausrüstung und Beschichtungssystemen im vergangenen Jahr einen Rückgang der Erlöse um 0,7 Prozent auf 4,0 Milliarden Franken. Wegen geringer Auslastung der Kapazitäten in Teilbereichen und einem Anstieg der Restrukturierungsaufwendungen von 7,9 auf 16,8 Millionen Franken meldete das Unternehmen aus Winterthur 2013 einen Rückgang beim Gewinn von 8.91 auf 6.89 Franken.

Aktie mit Turnaroundphantasie

Für dieses Jahr rechnet Sulzer mit einem leichten Umsatzwachstum und mit einer steigenden Umsatzrendite vor möglichen weiteren Restrukturierungsaufwendungen. Möglicherweise kann der neue Sulzer-Chef Peter Löscher jedoch sein sicher exzellentes Netzwerk einbringen, Synergien für das Unternehmen schaffen und neue Aufträge an Land ziehen. Das bietet einiges an Turnaroundphantasie. Bei der Aktie könnten im Erfolgsfall schnell auch wieder Kurse im Bereich der 2013er-Hochs von 140 Franken und mehr drin sein.

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Alternativ zum spekulativen Kauf der Aktie können Anleger zum Discounter greifen (ISIN: CH0228294572, Laufzeit 20.2.2015, Cap bei 125 Franken). Neben einem Discount und damit einem Sicherheitspuffer von derzeit 6,3 Prozent bietet das Zertifikat eine Seitwärtsrendite von 6,8 Prozent für den Fall stagnierender Sulzer-Kurse bis zum Laufzeitende. Klettert die Sulzer-Notierung, gibt es bis zum Cap die Chance auf eine Maximalrendite von 12,5 Prozent.