Auf Regen folgt Sonnenschein – das gilt nicht nur im wahren Leben, sondern oft auch an der Börse. Nachdem vor einer Woche Gewinnmitnahmen die Performance des Depots arg unter Druck gesetzt hatten, gab es in den vergangenen Tagen eine starke Gegenbewegung nach oben. Das von thescreener.com automatisiert für stocksDIGITAL geführte Musterdepot schaffte dabei einen kräftigen Aufschwung um 4,2 Prozentpunkte. Aus einem Minusstand seit dem Jahresanfang von 0,8 Prozent wurde so ein Plus von 3,4 Prozent.

Durch die starke Entwicklung drehte sich auch der in der letzten Woche aufgelaufene Performancerückstand gegenüber dem SMI von 1,7 Prozentpunkten in ein Plus von 0,3 Prozentpunkten. Das ist ungewöhnlich. In Erholungsphasen wie in der vergangenen Woche – der SMI kletterte dabei immerhin um mehr als 2 Prozent – bleiben Titel jenseits der Leitindizes normalerweise hinter den grossen Standardwerten zurück.

Autoneum – Zwischenspurt in Richtung Allzeithoch

So spurtete der Top-Depotwert Autoneum deutlich nach oben und ist auf dem besten Weg, das Allzeithoch von Ende März bei 209.30 Franken in Angriff zu nehmen. So wie es in der vergangenen Woche für den deutlichen Kurseinbruch keine operativen Gründe gegeben hat, fehlen diese jetzt auch bei der Gegenbewegung. Sie ist wohl einfach nur technisch bedingt: Viele Anleger, die vor zwei Wochen panisch ausgestiegen sind, wollen bei dieser Wachstumsstory doch mit dabei sein und mussten in den vergangenen Tagen steigenden Kursen hinterherlaufen.

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Innert Wochenfrist machte auch Logitech zwischenzeitlich einen kräftigen Sprung um rund 10 Prozent. Der Anbieter von Computerzubehör gab die Gewinne jedoch nach Präsentation der Quartalszahlen am Mittwoch schnell wieder ab. Allerdings ist dies kein Grund zur Besorgnis und kein Argument für den Abverkauf am Donnerstag mit einem Kursminus von 7,6 Prozent. Immerhin steigerte der Konzern aus Lausanne seinen Umsatz im vierten Quartal um 3 Prozent auf 485 Millionen Dollar und schaffte beim Gewinn den glasklaren Turnaround.

Logitech: deutlicher Turnaround im Schlussquartal

So sprang das Ergebnis je Aktie in den erwähnten drei Monaten von 0,01 auf 0,14 Dollar nach oben. Der Gewinn im Gesamtjahr kletterte dadurch von 0,31 auf 0,76 Dollar je Aktie. Betrachtet man die Verkaufswelle nach Vorlage der Zahlen, bleibt festzustellen: Hier hatten wohl viele Anleger den alten Börsenspruch zu wörtlich genommen: Buy on Rumors, sell on the News – auf Gerüchte hin kaufen, bei Vorlage der Nachrichten verkaufen. Der Kursrückschlag auf die starke Unterstützung um 12 Franken stellt nun eine gute Gelegenheit zum Einstieg dar.

Zu den Top-Wochengewinnern im Depot zählt auch die Aktie von Schmolz + Bickenbach. Kurstreibend auf die Notierung des Spezialisten für Edelstahl wirkt offensichtlich der vor wenigen Tagen bekannt gegebene geplante Verkaufsstart von Randbereichen des Konzerns im Vertrieb, in denen zum einen überwiegend werksfremde Produkte vertrieben werden und zum anderen nicht mehr in die neue Strategie des Unternehmens passende. Damit setzt das SPI-Mitglied aus Emmenbrücke im Kanton Luzern seine Restrukturierung fort. Hier dürfte der Turnaround nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Neuaufnahmen: Forbo dreht klar in die Gewinnzone

Nach einer infolge allgemeiner Ukraine-Angst vermiesten Depotaufnahme von Forbo Holding vor einer Woche konnte die Aktie des Bodenspezialisten und Anbieters von Antriebs- und Leichtfördertechnik ihr Minus von 2,4 Prozent nicht nur ausgleichen, sondern mit einem Plus von 1,6 Prozent sogar klar in die Gewinnzone vorstossen.

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Per Saldo also eine gute Woche im Depot und für Anleger ein schönes Lehrbeispiel: Nicht gleich beim ersten Kanonendonner die Flinte ins Korn werfen!