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Stockpicking
Telekommunikation: Richtig wählen bringt Rendite

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Telekom: Wachstumsperspektiven in der Branche sind rar.  Pixabay

Mit Aktien von Telekomfirmen war zuletzt kein Blumentopf zu gewinnen - auch 2017 kommen viele kaum vom Fleck. Ausgewählte Valoren haben aber Potenzial. In der Schweiz locken hohe Dividendenrenditen.

Von Annika Janssen
10.08.2017, Aktualisiert am 12.08.2017

Kein Anschluss unter dieser Nummer: Im vergangenen Jahr konnten Anleger mit den Valoren von Telekommunikationsunternehmen keine Kursgewinne erzielen. Auch 2017 werde nicht viel besser verlaufen, prognostizierten Marktbeobachter bereits zu Jahresbeginn: Besonders der europäischen Telekommunikationsbranche mangelt es an Wachstumsperspektiven. Schon seit längerem wächst wegen immer mehr Streamingdiensten, mobiler Internetnutzung und anderen Unterhaltungsangeboten nur noch der Datenverkehr der Branche. Die Umsätze vieler Unternehmen kamen dagegen in den vergangenen Monaten kaum vom Fleck.

Seit Jahresbeginn konnte der Aktienindex Stoxx Europe 600 Telecommunications, der 21 der grössten europäischen Telekom-Unternehmen vereint, um gerade einmal 2,7 Prozent zulegen. Zum Vergleich: Der Europa-Index Euro Stoxx 500 schaffte im selben Zeitraum 5,2 Prozent. Der breite Schweizer Index SPI legte seit Jahresbeginn sogar zweistellig zu und stieg um 14,5 Prozent. Trotz dieser nicht allzu starken Entwicklung sollten Anleger Telekom-Aktien nicht gänzlich ausser Acht lassen: Einige Titel der Branche haben Potenzial und eignen sich für gezieltes Stockpicking.

Drillisch – neu die Nummer vier in Deutschland

Da wäre zum Beispiel Drillisch. Der deutsche Mobilfunkanbieter mit Sitz im hessischen Maintal sorgte zuletzt für Schlagzeilen, weil er von United Internet übernommen wurde. Mit dem Zusammenschluss sieht sich United Internet als vierte Kraft auf dem deutschen TK-Markt und auf Augenhöhe mit den Netzbetreibern Telekom, Vodafone sowie Telefónica Deutschland. Analysten bewerten den Zusammenschluss positiv: Er rechne mit weiteren Marktanteilsgewinne für Drillisch im Mobilfunkbereich, sagt Maurice Patrick, Analyst der britischen Investmentbank Barclays. Die Drillisch-Aktie stieg im vergangenen Jahr bereits um 60 Prozent – gut möglich, dass es noch weiter aufwärts geht.

Zwei weitere Unternehmen aus Deutschland sind für Telekom-Investoren ebenfalls interessant. Erstens die Deutsche Telekom. Die Zeiten, in denen der Valor des Bonner Telekommunikationsriesen als «Volksaktie» galt, sind lange vorbei. In den vergangenen Jahren kam der Kurs meist nicht vom Fleck. Vor wenigen Tagen gab es aber positive Nachrichten: Dank florierender Geschäfte der US-Mobilfunktochter T-Mobile US konnte der Konzern sein Betriebsergebnis im zweiten Quartal dieses Jahres um 8,9 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro steigern.

Auch im deutschen Heimatmarkt liefen die Geschäfte besser als zuletzt. Im gesamten ersten Halbjahr stieg der Umsatz der Deutschen Telekom um sechs Prozent auf 18,9 Milliarden Euro. Angesichts der guten Ergebnisse hat das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr jüngst angehoben. Die besseren Aussichten könnten auch der Aktie Schub geben. Dominik Klarmann, Analyst von HSBC, rät zum Kauf.

Alles rund bei Freenet

Dann wäre da noch Freenet. Nach einer Durststrecke ist der Aktienkurs des Unternehmens im vergangenen Monat um fast sechs Prozent gestiegen. Im zweiten Quartal wuchs das Unternehmen stärker als erwartet und erzielte einen Umsatz von 839,2 Millionen Euro. Analysten hatten nur mit 832,4 Millionen Euro gerechnet. Das noch relativ junge Geschäftssegment TV und Medien trug wesentlich zur Umsatzsteigerung bei.

Wenn es so weitergeht, könnte auch der Freenet-Valor noch einmal zulegen. Robin Brass, Analyst der Privatbank Hauck & Aufhäuser, ist davon überzeugt: «Das Geschäft von Freenet läuft rund, und das trotz regulatorischen Gegenwinds und eines verschärften Wettbewerbs», sagt er.

Plus bei Schweizer Unternehmen

Andere attraktive Aktien aus dem europäischen Telekommunikationssektor sind nach Einschätzung von Analysten Telecom Italia, die britischen Anbieter BT Group und Vodafone sowie der niederländische Telekom-Konzern KPN.

Auch mit dem Schweizer Telekom-Konzern Swisscom und dem Mobilfunkanbieter Sunrise sind Investoren in den vergangenen Monaten gut gefahren: Allein in den vergangenen vier Wochen stieg der Sunrise-Kurs um 6,5 Prozent, der Swisscom-Valor legte um vier Prozent zu. Analysten trauen den Titeln kein grosses Kurspotenzial mehr zu. Dafür bieten die Konzerne Aktionären aber üppige Dividendenrenditen: Bei Sunrise liegt sie bei fünf Prozent für das Jahr 2018. Die Swisscom-Dividendenrendite beträgt 4,5 Prozent.

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