700 seiner Patente hat der E-Autobauer Tesla frei zugänglich im Internet veröffentlicht. Tesla-Chef Elon Musk höchstpersönlich kündigte dies vor wenigen Wochen an. Für viele ist der Firmenchef ein Vordenker, der die umweltfreundliche E-Auto-Technologie hoffähig machen will. Doch die Absichten sind viel profaner.

Tesla dürfte erkannt haben, dass E-Autos noch auf sehr lange Sicht ein Nischendasein führen werden. Denn bereits jetzt deutet sich an, dass das Käuferinteresse an Tesla-Autos weniger stark wächst, als erwartet worden ist. Der E-Autobauer hat sich für das zweite Quartal das Ziel gesetzt, die Lieferzahl für das Model S auf 7500 Einheiten zu steigern. Die jüngsten Zahlen für den Mai lassen aber den Schluss zu, dass Tesla dieses Ziel nicht erreichen wird.

Die langfristigen Ziele sind mehr als fraglich

Seit dem Quartalsanfang bis Ende Mai hat Tesla in Europa und in den USA schätzungsweise 3500 Fahrzeuge ausgeliefert. Hinzu kommen etwa 1000 Fahrzeuge, die der Autobauer in China pro Quartal absetzt. Kurzum: Allein im Juni müsste Tesla also nochmals 3000 Einheiten in Europa und in den USA ausliefern, damit das gesteckte Ziel erreicht werden könnte – das ist wenig wahrscheinlich.

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Auch das langfristige Ziel von 500‘000 verkauften Einheiten pro Jahr scheint mehr als fraglich zu sein. Erstens sprengt ein Tesla mit einem stolzen Preis von 83‘000 bis 147‘000 Franken die Möglichkeiten der meisten Menschen. Und Konkurrenten bieten mittlerweile attraktive Alternativen. Darüber hinaus dürfte der E-Hype schon bald abebben. Toyota will ab 2015 mit einem serienmässig hergestellten Brennstoffzellen-Auto auf den Markt kommen. Honda, Nissan, Ford, BMW und Daimler wollen folgen. Tesla hat grosse Träume – doch oft platzen Träume, bevor sie Wirklichkeit werden können.