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Teuer, aber gut: Wo es im SMI noch Chancen gibt

Teuer, aber gut: Wo es im SMI noch Chancen gibt
Lonza: Der SMI-Neuling ist der Gewinner des bisherigen Börsenjahres. Keystone

Der SMI hat sich dieses Jahr prima geschlagen. Neuling Lonza ist der Gewinner des bisherigen Börsenjahres. In diese Aktien können Anleger jetzt noch investieren.

Von Carla Palm
2017-11-09

Schweizer Unternehmen sind hochprofitabel und wachsen. Dieses positive Bild nach drei Quartalen Geschäftsgang zeigt sich auch am Aktienmarkt. Der Swiss Market Index (SMI) ist seit Jahresbeginn gut 13 Prozent gestiegen. Anfang Jahr hatten viele Marktbeobachter beim SMI ähnlich wie 2016 noch mit einer trägen Seitwärtsbewegung gerechnet. Der positive Trend überrascht daher. Setzt er sich in den restlichen verbleibenden Wochen des Jahres sogar noch fort, könnte 2017 am Ende noch die beste SMI-Performance seit der Finanzkrise ausweisen.

Momentan spricht vieles dafür. Die Konjunktur in der Schweiz und Europa läuft rund, der Franken hat sich gegenüber Euro und Dollar leicht abgeschwächt, was gut für die Unternehmensgewinne ist, und der globale geldpolitische Kurs wird sich kaum verschärfen. Realzinsen und Inflation dürften auch in den kommenden Monaten tief bleiben. Geld bleibt billig.

Umfeld günstig

Alles zusammengenommen bietet ein ideales Umfeld für Aktien. Die meisten Anlageveranwortlichen der grossen Banken wie UBS und Credit Suisse raten daher auch künftig zu einem Übergewicht dieser Assetklasse. Einziger Nachteil: Aktien sind nach ihrer guten Performance in diesem Jahr nicht mehr günstig. Für den SMI ist das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 für die nächsten zwölf Monate historisch hoch. Der Durchschnitt der vergangenen zwanzig Jahre liegt bei 15. Von daher sollten Anleger genau hinschauen, auf welche Titel sie jetzt setzen.

Abgesehen vom KGV sprechen eine niedrige Verschuldung eines Unternehmens, ein stabiles Ertragswachsum und eine hohe Profitabilität oft für den Einstieg. Mit Blick auf den SMI entsprechen Luxusgüterkonzern Richemont und auch Lonza diesen Kriterien. Die Aktien des Spezialchemie-Unternehmens sind seit Jahresbeginn 65 Prozent im Plus und damit absolute Topperformer. Das Unternehmen profitiert als Zulieferer von der Nachfrage der Pharmabranche und hat sich hier dank vielen Eigenleistungen fest etabliert sowie durch Zukäufe neue Geschäftsfelder erobert.

Novartis mit Potenzial

Das Management ist jetzt dabei, die hohe Verschuldung nach dem 5-Milliarden-Dollar-Zukauf von Capsugel abzutragen. Die Integration der neuen Geschäftseinheit schreitet rasch voran, wie Lonza an der Präsentation der Quartalszahlen versicherte. Aktuell empfehlen sieben von elf von Bloomberg befragte Analysten die Titel zum Kauf. Dies trotz einem stattlichen KGV von 26 für 2018.Richemont sind ein weiteres Beispiel für Aktien, deren Potenzial auch auf dem jetzigen hohen Niveau (KGV 25) noch nicht ausgereizt ist. Der Uhren- und Schmuckhersteller ist dieses Jahr auf dem Erholungskurs. Dies nachdem im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn wegen der strukturellen Krise im Uhrengeschäft eingebrochen waren. Der Markt hält sich daher bei Gewinn- und Profitabilitätsschätzung zurück. Richemont könnte noch für Überraschungen sorgen.

Im Vergleich zu Lonza und Richemont sind die beiden SMI-Schwergewichte Novartis (plus 11 Prozent seit Anfang Jahr) und Roche (minus 0,5 Prozent) dieses Jahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Vor allem von den Roche-Genussscheinen wandten sich die Anleger nach enttäuschenden Studienergebnissen in der Paradedisziplin Onkolgie ab. Roche muss sich gegen den Patentablauf von drei wichtigen Medikamenten etwas einfallen lassen. Anders Novartis. Im Aktienkurs sind viele Enttäuschungen enthalten.

Nun kann es mit dem neuen Chef, der Anfang 2018 das Ruder übernimmt und der im Gegensatz zu seinem Vorgänger ein echter Pharmaspezialist ist, nur aufwärts gehen. Möglich auch, dass er sich rascher als erwartet von unliebsamen Geschäftseinheiten trennen wird und Anleger damit positiv überrascht.

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