Wie die Alchemisten im Mittelalter auf der Suche nach Gold, sind Börsianer heutzutage immer auf der Suche nach gewinnbringenden Strategien. Ein Überlegungsansatz ist, zu prüfen, welchen Einfluss die Vergütung an das Management auf die Entwicklung von Aktien hat. Das geht heutzutage vergleichsweise einfach, weil die Entlöhnung der Manager immer häufiger publiziert wird. So legten unter den 1245 von der Goldman-Sachs-Sustain-Gruppe beobachteten Unternehmen im Jahr 2012 rund 30 Prozent die Vorstandsgehälter offen. 2007 betrug dieser Anteil erst 21 Prozent.

Interessant dabei: Jene Gesellschaften, die sich in dieser Hinsicht auskunftsfreudig zeigten, haben von 2009 bis 2012 im Branchenvergleich kumuliert eine um 8,7 Prozent bessere Performance hingelegt. Offenheit in Sachen Vorstandsentlöhnung scheint sich somit aus Anlegersicht auszuzahlen.

Aktienbasierte Vergütung bringt bessere Performance

Die Sustain Group bei Goldman Sachs hat dabei weitere Daten ermittelt. So entspricht die Vorstandsvergütung im beobachteten Universum rund 0,4 Prozent des Vorsteuergewinns des Unternehmens. Und eine Entlöhnung des Firmenchefs zu mehr als 50 Prozent auf Aktienbasis, brachte sogar eine noch höhere, kumulierte Outperformance seit 2009 von 12,6 Prozent.

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Positive Effekte auf die Aktienkursentwicklung zeigt auch die Kopplung der Vergütung an die Gewinnentwicklung des Unternehmens. In einer Gruppe von 245 amerikanischen und europäischen Unternehmen aus den Bereichen Energie, Industrie und Gesundheit brachten Gesellschaften mit dieser Entlöhnungsvariante zwischen 2010 und 2012 eine Outperformance von 7,1 Prozent. Andere Ansätze, bei denen es eine Bindung an die Umsätze, an die Margen, an den Cashflow oder zu anderen Vorgaben gab, schnitten hingegen schlechter ab.

Zehn Top-Titel für den Entlöhnungseffekt

Zu den Gesellschaften, die basierend auf den skizzierten Ergebnissen nach Einschätzung der Sustain Group aus Anlegersicht zu bevorzugen sind, zählen die nachfolgenden zehn Firmen: Altera Corp., BG Group, BHP Billiton Plc, Cummins, Inc., Halliburton Company, Monsanto Co., Occidental Petroleum Corp., Qualcomm Inc., Shire und Estee Lauder Companies Inc.

Ergänzend zur Studie sei abschliessend aber auch noch auf einen anderen interessanten Aspekt im Rahmen der Vorstandsbezahlung hingewiesen. Und zwar wird im sogenannten Executive Excess Report für 2013 die Performance jener Firmenbosse untersucht, die in den vergangenen 20 Jahren zur Gruppe der 25 am besten bezahlten Manager in Amerika zählten.

Teuerste Manager bedeuten oft einen Flop

Das von den Autoren Sarah Anderson, Scott Klinger und Sam Pizzigati ermittelte Ergebnis ist erschreckend. Demnach waren in 40 Prozent dieser Fälle die Unternehmen entweder irgendwann am Ende auf fremde Hilfe angewiesen oder sie mussten beträchtliche Strafen zahlen. Nicht selten wurden die CEOs aber auch einfach nur entlassen und für ihre Unfähigkeit noch mit einer Abfindung von im Schnitt 48 Millionen Dollar «belohnt». So gesehen ist der Titel des Reports mit «Bailed Out, Booted, and Busted» treffend gewählt. Zudem erinnern die Ergebnisse daran, wie wichtig es ist, bei der Entlöhnung des Vorstandes das richtige Mass zu finden.

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