Mit Julius Bär, UBS und Credit Suisse berichteten in dieser Woche gleich drei Bankenschwergewichte über das abgelaufene Jahr respektive über das vierte Quartal 2013. Die gute Nachricht: Alle drei konnten den Nettogewinn 2013 kräftig verbessern. Die schlechte: Nicht alles war Gold, was glänzte.

Julius Bär bei Vermögen unter den Erwartungen

Den Auftakt der «Bankenwoche» machte Julius Bär. Das Institut steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr den bereinigten Gewinn um 19 Prozent auf rund 480 Millionen Franken. Mit Spannung wurden die Aussagen des Managements zum Stand der Dinge hinsichtlich der Übernahme von Merrill Lynchs internationaler Vermögensverwaltungssparte IWM erwartet. CEO Boris Collardi fand hierzu optimistische Worte. Die Integration habe zu «beeindruckenden Zugewinnen bei Kunden, Vermögen und bei hochqualifiziertem Personal» geführt.

Tatsächlich erhöhte sich das verwaltete Vermögen auch dank der IWM-Übernahme um 34 Prozent auf 254 Milliarden Franken. Den Analysten war es dennoch zu wenig. Sie hatten mit einem Anstieg auf 257 Milliarden Franken gerechnet. Prompt setzte es für den Valor Kursverluste.

Sondereffekte begünstigen UBS

Positiv überraschen konnte hingegen einen Tag später die UBS. Denn mit einem Nettogewinn von 917 Millionen Franken im vierten Quartal übertraf das Institut klar die Konsensschätzung. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte die UBS noch einen Verlust von 1,7 Milliarden Franken zu beklagen.

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Beim näheren Hinschauen zeigt sich aber, dass der Gewinnsprung auch auf zwei Sondereffekte zurückzuführen ist. Zum einen fielen die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten mit 79 Millionen Franken weitaus geringer aus als befürchtet. Die Analysten von Morgan Stanley hatten hier einen Wert von rund 500 Millionen Franken erwartet. Zum anderen profitierte das Geldhaus im Schlussquartal von einer Steuergutschrift in der Höhe von 470 Millionen Franken. Was die Aktionäre freut: Aufgrund der guten Zahlen erhöht die UBS die Dividende von 0.15 auf 0.25 Franken je Aktie. Analysten hatten nur eine Ausschüttung von 0,20 Franken erwartet. Entsprechend positiv fiel die Börsenreaktion aus.

Positives Fazit

Von zwei unterschiedlichen Seiten präsentierte sich die Credit Suisse. Einerseits steigerte die Grossbank den Vorsteuergewinn 2013 um bemerkenswerte 136 Prozent auf 4,46 Milliarden Franken. Andererseits blieb der Nettogewinn im vierten Quartal mit 267 Millionen Franken weit unter der Konsensschätzung von 448 Millionen Franken zurück. Der Grund dafür waren Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten sowie ein unerwarteter Verlust von 40 Millionen Franken im Investment Banking.

Fazit: Trotz diverser Schönheitsfehler muss man um sich um die Schweizer Banken keine Sorgen machen. Sowohl, was die Kapitalausstattung als auch, was die Geschäftsentwicklung betrifft, gehören sie im europäischen Vergleich der Spitzengruppe an. Der Favorit unter den Analysten ist dabei eindeutig die Aktie der UBS.