Der SMI hat sein Jahreshoch bald erreicht. Er verbuchte in den letzten zwölf Monaten ein Plus von 11,1 Prozent. Nicht viel anders sieht es im SPI aus. Hier liegt das Zwölfmonatsplus bereits bei 14,6 Prozent. Aber im SPI werden anders als im SMI Dividenden mitgezählt.

Betrachtet man den SMI, gibt es nach den Steigerungen der letzten Monate und Quartale nur wenige Werte, die im Minus liegen. 14 von 20 Titeln liefern auf Jahressicht ein Plus. Nur sechs Indexmitglieder haben rote Kursvorzeichen. Besonders weit zurück liegen Swatch mit -22,2 Prozent und Transocean mit -57,8 Prozent.

Nachzügler vom Februar – klare Outperformance gegenüber dem SMI

Im SPI sieht es ähnlich aus. Dort liefern rund 70 der 206 Indexmitglieder seit März 2014 Kursverluste. Die grössten Rückgänge weisen dabei Alpha Petro Vision und Cytos Biotech mit -77,8 und -59,4 Prozent aus. Aber Alpha Petro ist ein kleiner Pennystock mit einem Börsenwert von nur 8,0 Millionen Franken, und Cytos ist als Biotechunternehmen generell eher spekulativer Art. Abgesehen von diesen beiden «worst Performern» – den schwächsten Titeln im Index – gibt es im SPI aber noch eine ganze Reihe von Aktien mit einer klaren 12-Monats-Underperformance gegenüber dem SPI von 10, 20 Prozent und mehr.

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Und genau hier will die Redaktion jetzt erneut ansetzen. Schon Anfang Februar hatte stocksDIGITAL fünf interessante Titel mit Nachholpotenzial aus dem SPI herausgefiltert. Also Aktien, an denen der Kursaufschwung spurlos vorbeigegangen war, die aber nicht reine Zockerwerte waren. Die Bilanz kann sich sehen lassen. Der einzige Titel aus den fünf – AFG – notiert per Saldo unverändert. Huber + Suhner und Rieter bringen hingegen ein Plus von 10 Prozent, Burckhardt Compression schaffte rund 15 Prozent und die Aktie von Schmolz + Bickenbach brachte seither sogar ein Plus von 20 Prozent. Der SMI hingegen notiert nur um 7 Prozente über dem Startniveau.

Goldbach Group – da läuft der Turnaround

Interessant sind jetzt insbesondere auch Titel mit hohem Turnaround-Potenzial, deren Storys nach dem SNB-Schock mehr oder weniger in Vergessenheit geraten sind. Goldbach Group beispielsweise. Der Vermarkter von Werbung und Marketing-Dienstleister hat umgebaut, 2014 war ein Jahr des Übergangs. So hat der Konzern aus Küsnacht verschiedene Engagements im Ausland eingestellt und konzentriert sich nun auf die D-A-CH-Region – Deutschland, Österreich und Schweiz – sowie Polen.

Schon für dieses Jahr kündigt Firmenchef Michi Frank nicht nur einen Umsatzanstieg im tiefen einstelligen Prozentbereich an, sondern auch deutliche Gewinnsteigerungen. Schafft es Goldbach wieder, in den Bereich alter Gewinnlevels um 1.0 Franken je Aktie zu kommen – 2014 lag das Ergebnis bei 0.43 Franken je Aktie –, könnten bei diesem Titel schon bald wieder Kurse um 25 Franken und mehr drin sein.

Starrag – gute Rebound-Chance nach dem Rücksetzer

Wer auf Nachzügler und Turnaround-Kandidaten setzen will, sollte sich auch einmal Starrag ansehen. Der Maschinenbauer aus Rorschacherberg am Bodensee litt im vergangenen Jahr unter anderem unter den Folgen von Russlandsanktionen und tieferer Investitionstätigkeit in Russland. Der Kurs der Aktie knallte im Sommer fast innert weniger Tage um 20 Prozent nach unten. Zwischenzeitlich zeigte sich die Notierung nach dem Allzeithoch vom Mai sogar schon annähernd halbiert.

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Die Geschäfte waren bei Starrag im vergangenen Jahr aber nicht katastrophal. Eine Belebung im Schlussquartal und wieder anziehende Aufträge aus China brachten insgesamt ein Umsatzplus im 2014 von 0,6 Prozent auf 393,2 Millionen Franken. Beim Gewinn gab es vor allem wegen Kapazitätsanpassungen mit tieferen Personalkosten einen überproportionalen Anstieg um 7,3 Prozent. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 3.97 auf 4.26 Franken. Zwar zeigt sich das Management in seinem Ausblick für 2015 zurückhaltend und hält auch wegen des starken Frankens einen Rückgang der Margen für möglich, doch will Starrag mit einem bereits beschlossenen Massnahmenpaket gegensteuern. Und auch die im 2014 durchgeführten Investitionen sowie Produkterfolge in Indien lassen hoffen. Die Aktie notiert im Bereich des Buchwerts von rund 58 Franken. Bessert sich das Umfeld, könnte der Titel schnell wieder in Bereiche von über 70 Franken klettern.

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AFG – auf den Rebound setzen

Weiterhin interessant bleibt auch die Aktie von AFG. Zwar stieg der Kurs nach der Empfehlung als Nachzügler Anfang Februar innert weniger Wochen schon um rund 12 Prozent, doch diese Gewinne sind inzwischen wieder aufgebraucht. Der Zulieferer der Bauindustrie steckt immer noch in Konzernumbauten – so sollen in den nächsten 18 Monaten bei der Tochter EgoKiefer 150 bis 200 Stellen gestrichen werden – und Anfang März wurde zudem das Kreditrating durch die Credit Suisse gesenkt. Doch immerhin verbuchte das Unternehmen aus Arbon im vergangenen Jahr ein leichtes Umsatzplus von 1,3 Prozent auf 1,0 Milliarden Franken und schaffte sogar wieder einen kleinen Gewinn in den fortgeführten Geschäftsbereichen von 11,3 Millionen Franken. Nach dem erneuten Kursrückgang seit Mitte Februar notiert die Aktie wieder im Bereich der Unterstützung um 18 Franken. Anleger setzen auf einen beschleunigten operativen Turnaround und auf den nächsten Rebound von dieser Marke. Dann überspringt AFG vielleicht sogar die 20-Franken-Marke und nimmt Anlauf bis in den Widerstandsbereich um 24 Franken.

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Swatch – die obere Begrenzung im Abwärtstrend ist erreicht

Beim Nachzügler Swatch aus dem SMI könnte sich ein Einstieg jetzt möglicherweise bezahlt machen. Der Uhrenspezialist litt zuletzt unter anderem unter der Ankündigung von Apples Apple-Watch. Nun präsentiert Swatch jedoch eine eigene neue Uhrenserie, etwa mit Bezahlfunktion. Das Modell soll weniger als 150 Franken kosten. Das wäre nicht einmal die Hälfte der günstigsten Version der Apple-Watch. Möglicherweise zeigen sich die Ängste um Swatch übertrieben. Die Aktie notiert an der oberen Begrenzung des Abwärtstrends. Fällt die Linie, könnte das einen schnellen Kursschub wieder in Richtung 500 Franken auslösen.