In Entwicklungs- und Schwellenländern folgt ein immer grösserer Teil der Landbevölkerung dem Lockruf der Industrialisierung. Auf der Suche nach einem höheren Einkommen strömen Millionen von Menschen in die Metropolen. So ist zum Beispiel die indische Grossstadt Delhi seit 1950 um das Neunzehnfache gewachsen – heute ist sie nach Tokio der zweitgrösste urbane Ballungsraum der Welt.

Die Menschenmassen führen zu einer chronisch überlasteten Infrastruktur. In den Strassen ist während der Rushhour kaum mehr ein Durchkommen möglich. Die öffentlichen Verkehrsmittel können den immensen Andrang nur noch mit Mühe bewältigen – Verspätungen und regelmässig Netzzusammenbrüche sind die Folge. Auch die Energie- und Wasserversorgung sowie die Abfallbeseitigung stossen an ihre Kapazitätsgrenzen. Zudem belastet der unersättliche Energiehunger der Städte die Umwelt: Urbane Gebiete sind bereits heute für drei Viertel der globalen Schadstoffemissionen verantwortlich. Luft- und Wasserverschmutzung gehen deshalb nicht nur mit sinkender Lebensqualität, sondern auch mit explodierenden Gesundheitskosten einher.

dorma+kaba – von der Urbanisierung profitieren

Die Bewältigung dieser Herausforderungen führt einerseits über die Modernisierung und den Ausbau der bestehenden Infrastruktur. Mögliche Lösungsansätze sind die Sanierung von Gebäuden, der Einsatz effizienterer Technologien oder die simple Erweiterung der Kapazitäten. Andererseits müssen grundlegend neue Konzepte für das zukünftige Wohnen und Arbeiten auf engstem Raum erarbeitet werden. Beispiele dafür sind verdichtetes Bauen in die Höhe und die Tiefe, die Verteilung des Verkehrs auf mehrere Ebenen oder die zunehmende Nutzung alternativer Energien.

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Eine Vielzahl Schweizer Firmen ist in Branchen aktiv, die von der Urbanisierung profitieren. Ein Beispiel ist dorma+kaba: Das Unternehmen ging Anfang 2015 aus dem Zusammenschluss der Schweizer Kaba mit der deutschen Dorma hervor und bedient die mit der Urbanisierung strukturell steigenden Sicherheitsbedürfnisse. Die Fusion dürfte den weltweit tätigen Technologieführer im Bereich Zugangssysteme langfristig weiter stärken und zu positiven Skaleneffekten führen.

ABB – stark in Schwellenländern

Auch der Technologiekonzern ABB gehört zu den potenziellen Profiteuren des Megatrends Urbanisierung. Er ist in Schwellenländern gut vertreten und generiert rund die Hälfte seines Geschäftsvolumens in diesen Ländern. Erst kürzlich eröffnete ABB ein neues Werk in Indonesien. Die Fabrik soll den steigenden Bedarf an Stromverteilungssystemen decken und als wichtiges Lieferzentrum für die gesamte Region dienen. Mit seiner breiten Produktpalette und innovativen Lösungen ist der Technologiekonzern gut aufgestellt, um auf die steigende Nachfrage nach Elektrizität und alternativen Energien reagieren zu können.

Fabian Dori, Leiter Investment House bei der Notenstein La Roche Privatbank