Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA veröffentlichte im Februar eine Stellungnahme zum Thema verkappte Indexfonds (Closet Index Trackers). Gemäss ESMA könnte es sein, dass zwischen 5 und 15 Prozent der regulierten Aktienfonds verkappte Indexfonds sind. Obwohl Datenerhebung und Statistikmodelle noch verbessert werden müssen, sollte diese Thematik keinesfalls vernachlässigt werden.

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Das Gebot der Fairness besagt, dass ein sich als aktiv ausgebender Portfoliomanager seine Produkte auch aktiv bewirtschaftet, wofür der Kunde schliesslich bezahlt. Bei einem verkappten Indexfonds werden hingegen weniger Investitionsrisiken genommen und damit Renditechancen vergeben. Das Transparenzgebot erfordert es, dass Fondsdokumente und Marketingmaterial nicht irreführend sein dürfen. Vor diesem Hintergrund ist die Feststellung der ESMA ernst zu nehmen, dass die grosse Mehrheit der identifizierten verkappten Indexfonds in ihren Dokumenten angibt, einen aktiven Anlageansatz zu verwenden.

Verkappte Indexfonds und ein Imageschaden für die Fondsbranche

Die Fondsindustrie und die Branchenverbände sollten hier möglichst rasch, transparent und in einem ersten Schritt industrieintern eine Unité de Doctrine entwickeln, bevor eine solche von der Aufsicht erzwungen wird. Zudem sind verkappte Indexfonds unter anderem ein Grund dafür, dass in zahlreichen Anlagekategorien viele Fonds die Benchmarks nicht schlagen, was letztlich in der Branche auch zu einem Imageschaden führt.

Die Berechnung von Kennzahlen wie Tracking Error oder Active Share basiert auf Vergangenheitswerten, was oft kritisiert wird. Sie sind jedoch einfacher zu verstehen als fachlich korrektere, da in die Zukunft gerichtete Schätzungen. Mindestens würden sie es den Anlegern erlauben, verkappte Indexfonds relativ einfach eruieren zu können. Die Diskussion wird weitergehen.

Markus Fuchs, Geschäftsführer Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA