Für europäische Versicherungsaktien lief es in diesem Jahr bislang nicht wunschgemäss. So hat der Stoxx Europe 600 Insurance Index seit dem Jahresanfang knapp 2 Prozent verloren, während andere Branchen wie Automobil (plus 4,5 Prozent) oder Health Care (plus 5,2 Prozent) deutlich im grünen Bereich notieren. Die verhaltene Kursentwicklung dürfte insbesondere dem widrigen Umfeld geschuldet sein. Dazu gehört zum Beispiel das historisch niedrige Zinsniveau, von dem negative Effekte auf die Kapitalanlageergebnisse der Versicherer ausgehen.

Ein anderer Punkt ist die seit einigen Jahren zu beobachtende Häufung von Naturkatastrophen, die sich tendenziell in einer steigenden Combined Ratio niederschlägt. Die Combined Ratio – auch als Schaden-Kosten-Quote bezeichnet – ist eine wichtige Kennzahl für Versicherungen. Dabei werden die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Abschlusskosten mit den Prämieneinnahmen ins Verhältnis gestellt.

Allianz-Tochter bereitet Sorgen

Vor diesem Hintergrund sind die jüngsten Geschäftszahlen der meisten grossen europäischen Versicherungsgesellschaften gar nicht einmal so schlecht ausgefallen. So erzielte zum Beispiel der deutsche Allianz-Konzern im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis von 10,1 Milliarden Euro (12,3 Milliarden Franken). Das ist der höchste Wert seit 2007. Trotzdem rauschte die Aktie am Tag der Bekanntgabe der Zahlen um mehr als 3 Prozent nach unten. Schuld daran, hatte vor allem die US-Tochter Pimco.

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Dem weltweit grössten Asset Manager im Bereich Fixed Income scheinen die Kunden wegzulaufen. Allein im vierten Quartal 2013 verzeichnete Pimco Mittelabflüsse im Volumen von 36 Milliarden Euro (43,8 Milliarden Franken). Die Allianz spricht von einer «Wachstumspause». In Wirklichkeit scheint bei der kalifornischen Tochter einiges im Argen zu liegen, wie die überraschende Rücktrittsankündigung von Pimco-Chef Mohamed El-Erian im Januar zeigt.

AXA und Zurich: Erwartungen nicht erfüllt

Gut, aber nicht gut genug – so lassen sich die 2013er-Geschäftszahlen des französischen Konkurrenten AXA umschreiben. Die Gesellschaft steigerte zwar den Nettogewinn um 14 Prozent und erhöhte die Dividende um 13 Prozent, weil das aber nicht so viel war, wie es die Analysten erwartet hatten, setzte es Kursverluste.

Ähnlich lief es bei der Zurich Insurance Group. Weil Europas fünftgrösster Versicherer von teuren Grossschäden verschont blieb und ein Beteiligungsverkauf 700 Millionen Dollar in die Kasse spülte, stand unter dem Strich ein leichtes Gewinnplus von 4 Prozent auf 4,03 Milliarden Dollar. Allerdings fielen die Ergebnisse im Schlussquartal schwächer aus, als gedacht. Immerhin: Es soll wieder eine Dividende von 17 Franken je Aktie geben – das entspricht einer Dividendenrendite von 6,5 Prozent.  

Swiss Life überrascht positiv

Zu den wenigen positiven Überraschungen der Berichtssaison gehört zweifellos Swiss Life. Sowohl der Betriebsgewinn in der Höhe von 1,14 Milliarden Franken als auch der Reingewinn von 784 Millionen Franken lagen deutlich über der Konsensschätzung. Lob für das solide Wachstum sowie für die wieder gewonnene Bilanzstärke gab es von Stefan Schürmann, Analyst bei Vontobel Research. Er sieht bei Swiss Life weiteres Aufwärtspotenzial und bestätigt die Aktie mit einem «Buy»-Rating.

Auch für die Experten von Morgan Stanley steht Swiss Life hoch im Kurs. Sie sehen aber auch noch bei einer ganzen Reihe anderer Versicherungstitel, wie Allianz, Zurich oder Generali, Spielraum nach oben. Als Grund wird die attraktive Bewertung genannt. Immerhin ist der Stoxx Europe Insurance 600 Index mit einem 2014er-KGV von 11,0 der am niedrigsten bewertete Branchenindex unter den 16 Stoxx-Sektoren.

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Auf Versicherer setzen

Sektor-Investment: Mit dem von der UBS angebotenen Tracker können Anleger an der Kursentwicklung von 37 europäischen Versicherungen partizipieren.

Teilschutzprodukt der ZKB auf die heimischen Versicherer Zurich (Barriereabstand: 26,6 Prozent), Swiss Life (49,5 Prozent) und Swiss Re (34,3 Prozent). Renditechance: 7,6 Prozent p.a.; Laufzeit: 8. Mai 2015. 

Teilschutzprodukt der CS auf die europäischen Titel AXA (Barriereabstand: 24,8 Prozent), Allianz (24,5 Prozent) und Swiss Re (24,2 Prozent). Renditechance: 8,1 Prozent p.a.; Laufzeit: 12. März 2015.

Die Aktie von Swiss Life hat in den letzten zwölf Monaten mehr als 50 Prozent gewonnen. Mit dem Mini Future Long spekulieren Anleger auf eine Fortsetzung des Höhenflugs.

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