Der Frankenschock im Januar oder auch die Griechenlandkrise im Sommer verdeutlichen es: An den Finanzmärkten herrschen unruhige Zeiten. Doch woher kommt diese Nervosität?

Weltweit leidet die Wirtschaft unter einer hartnäckigen Wachstumsschwäche. Die untenstehende Grafik zeigt ein konstant fallendes Trendwachstum während der letzten 50 Jahre. Seit der Finanzkrise stellt sich nun immer dringlicher die Frage, ob dieser Trend bald wieder drehen wird oder ob die wirtschaftliche Stagnation zum Normalzustand werden wird.

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Das fallende Trendwachstum beunruhigt

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Drei grosse ökonomische Experimente verfolgen das ambitionierte Ziel, neue Wachstumskräfte freizusetzen – vorerst mit ungewissem Ausgang.

1. Geldpolitik: Weltweit stehen die Geldschleusen so weit offen wie nie zuvor. Die Notenbanken haben damit Neuland betreten. Deshalb gibt es kaum Erfahrungswerte zu den Folgen: Kann die Geldpolitik die Konjunktur effektiv ankurbeln? Und wie gross ist die Gefahr, dass dadurch neue Finanzblasen entstehen?

2. Europäische Währungsunion: Der Euro ist ebenfalls ein Experiment auf unbekanntem Terrain: Schafft die Einheitswährung die Basis für neues Wachstum? Oder bremsen die Spannungen unter den Mitgliedsländern vielmehr die wirtschaftliche Entwicklung?

3. Transformation in China: Beispiellos in der Geschichte ist auch der Übergang des chinesischen Milliardenreichs von der Plan- zur Marktwirtschaft. Doch der sagenhafte Aufschwung ist ins Stocken geraten: Kann die Kommunistische Partei einen Einbruch des Wachstums verhindern?

Wahl des Finanzwortes des Jahres

Die aktuelle Verunsicherung an den Märkten prägt auch unsere diesjährige Wahl des «Finanzwortes des Jahres». Mit dieser Aktion wollen wir die offenen Fragen rund um die Finanzmärkte möglichst breit ausloten. Dazu interessiert uns Ihre Einschätzung: Welches Schlagwort charakterisiert Ihrer Meinung nach die aktuelle Lage in der Finanzwelt besonders treffend? Beim Thema sind Sie völlig frei, die obengenannten Beispiele sollen lediglich zur Inspiration dienen.

Die Einsender der drei besten Vorschläge gewinnen ein Mittagessen mit der Jury. Diese besteht aus dem früheren Bankier Oswald Grübel, der Finanzprofessorin Sita Mazumder, dem Schriftsteller Michael Theurillat, dem finews.ch-Gründer Claude Baumann sowie Albert Steck von der Migros Bank. Weitere Informationen zur Wahl, zu den Jurymitgliedern sowie das Formular zur Einreichung Ihres Vorschlags finden Sie unter diesem Link. Die Teilnahme ist möglich bis zum 15. November. Den von der Jury gewählten Begriff geben wir am 30. November bekannt.

Übrigens: Unser «Finanzwort des Jahres 2014» lautete «Nullzinspolitik» – kurz darauf wurden in der Schweiz Negativzinsen eingeführt.

Albert Steck ist Verantwortlicher für die Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank