Seit längerem buhlt Credit Suisse mit Research-basierten Produkten um das Kapital der Kundschaft. In einer aktuellen Neuemission widmet sich die Grossbank der virtuellen Realität (VR). Dabei handelt es sich um ein Thema, das in der Technologiebranche gerade für Furore sorgt. Medienwirksam wurde der als «Immersion» bezeichnete Eintritt in künstliche Welten an der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zelebriert.

Die vielbeachtete Fachmesse für Unterhaltungselektronik zeigte die neuesten Virtual-Reality-Brillen. Diese Geräte sollen die Sinne – das Spektrum reicht vom Sehen und Hören über die Berührung bis zu Gerüchen – möglichst real stimulieren. Zum Einsatz kommt die innovative Technik nicht nur in der Freizeit. Nützlich ist sie beispielsweise auch in der Ausbildung von Piloten und Ärzten.

Analysten erwarten den Durchbruch

Neu ist diese Entwicklung nicht. Seit Jahren werden die verschiedenen Möglichkeiten heftig diskutiert, aber ohne, dass sich ein signifikanter Markt etabliert hat. Geht es nach Credit Suisse Research, könnte sich das aber schon bald ändern. Die Analysten der Bank erwarten, dass sich die VR-Technik bereits im laufenden Jahr am Markt durchsetzen kann. Sie verweisen auf die wachsende Basis an mobilen Applikationen, welche die Akzeptanz fördern sollte. Darüber hinaus haben Facebook, Alphabet und Apple in diesem Segment zugekauft. Die drei Technologieriesen haben möglicherweise «die Power», den VR-Markt in die Gänge bringen zu können.

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Ein positives Szenario zeichnet auch das Marktforschungsunternehmen Kzero. Die Briten rechnen damit, dass die Zahl der VR-Technik-Nutzer bis 2018 auf 170 Millionen steigen wird. 2014 hat es laut Kzero gerade einmal 200'000 Anwender gegeben. Gleichwohl geht Credit Suisse nicht davon aus, dass die Umsätze kurzfristig nach oben schiessen werden. Ihre Analysten rechnen mit einer langsamen, aber stetigen Zunahme. Es könnte sein, dass bis 2030 ein 600 Milliarden Dollar schwerer Massenmarkt entstehen wird. Damit würde sich die VR-Technik im Bereich des aktuellen Smartphone-Geschäfts bewegen. Für das Eintreten dieses Szenarios wird wohl die Preisentwicklung eine zentrale Rolle spielen. Diesbezüglich prescht Sony vor. Der Elektronikkonzern wird im Herbst eine Cyberbrille einführen. Mit einem Preis von umgerechnet rund 435 Franken unterbietet die «Playstation VR» konkurrierende Modelle deutlich.

Prominente Startaufstellung

Wenig überraschend taucht die Sony-Aktie in der anfänglichen Zusammensetzung des Credit Suisse Virtual Reality Index auf. Diese Benchmark steht potenziellen Profiteuren des VR-Technik-Wachstums offen. Das bereits erwähnte US-Trio ist ebenfalls in der Startaufstellung zu finden. Auch bei den weiteren zwölf, im Index enthaltenen Unternehmen handelt es sich durchwegs um prominente Tech-Konzerne. Die Liste reicht vom Spielesoftwarespezialisten Activision Blizzard über den Chipgiganten Intel bis zum Elektronikunternehmen Samsung. Für die Schweiz geht Logitech ins Rennen. Der Hersteller von Computerzubehör ist für den Einstieg in die VR-Technik-Technologie geradezu prädestiniert.

Der neue Index kommt alle drei Monate auf den Prüfstand, und mit einem Tracker-Zertifikat (ISIN: CH0284214753) macht Credit Suisse die Auswahl investierbar. Für das bis zum 27. April in der Zeichnung stehende Derivat spricht zum einen die flexible Indexbauweise. Sie kann Veränderungen in diesem noch jungen Markt Rechnung tragen. Positiv sind zudem die unbegrenzte Laufzeit des Partizipationsprodukts sowie der Total-Return-Ansatz – mögliche Dividendenzahlungen fliessen in den Basiswert ein. Allerdings lässt sich Credit Suisse das interessante Themen-Investment ordentlich vergüten. Für Indexberechnung, Rebalancing und Währungsabsicherung fällt ein jährlicher Obolus von insgesamt 1,53 Prozent an. Nebst den Kosten nehmen Anleger ein allgemeines Aktienmarktrisiko in Kauf. Schliesslich wird die VR-Technik wahrscheinlich für die Entwicklung der Indexmitglieder bis auf Weiteres nur bedingt eine Rolle spielen. Ungeachtet dessen kann Credit Suisse bei diesem Thema den Status als «First Mover» für sich reklamieren. Schlägt das Produkt ein, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis weitere Emittenten die VR-Technik-Brille aufsetzen werden.

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