Befragt man die Bevölkerung, welche Themen am meisten Sorgen bereiten, so steht die Altersvorsorge regelmässig auf den vordersten Rängen. Überraschend kommt dies nicht: Die steigende Lebenserwartung und die abnehmende Rendite an den Finanzmärkten setzen die Altersrenten unter Druck. Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen sind vor allem die Jüngeren eher skeptisch eingestellt.

Doch wie soll die Altersvorsorge wieder gestärkt werden? Eine repräsentative Erhebung der Swiss Re hat vier mögliche Massnahmen zur Disposition gestellt – wovon aber nur eine auf Sympathie stösst. Unpopulär ist eine Steuererhöhung zur Finanzierung der staatlichen Vorsorge. Nur gerade 12 Prozent der Befragten bezeichneten dies als ihre bevorzugte Massnahme. Auch die Option, später in Rente zu gehen, wurde von lediglich 14 Prozent als «erste Wahl» bezeichnet. Nur wenig mehr der Befragten (17 Prozent) erklärten, oberste Priorität habe für sie eine Einschränkung des Budgets nach der Pensionierung. Als klarer Favorit hat sich somit die vierte Option erwiesen: Nämlich, mehr Geld in die 2. oder 3. Säule einzuzahlen. 42 Prozent sprachen sich dafür aus. (Die restlichen 15 Prozent wollten sich auf keine dieser vier Massnahmen festlegen.)

Die Jüngeren: Fast jeder zweite will mehr in die 2. oder 3. Säule einzahlen, …

Interessant sind die Präferenzen nach Alter: Für die unter 45-Jährigen kommt eine Erhöhung des Rentenalters noch weniger in Frage als für die Gruppe der 45- bis 59-Jährigen. Ebenso gilt: Den Gürtel nach der Pensionierung enger zu schnallen, wird von den Jüngeren kritischer beurteilt. Umgekehrt favorisieren sie ein vermehrtes Engagement in der 2. oder 3. Säule deutlich stärker: Von den 30- bis 44-Jährigen sprechen sich 46 Prozent dafür aus, gegenüber 37 Prozent bei den 45- bis 59-Jährigen.

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Die Migros Bank hat anhand von über 20‘000 Kunden untersucht, wie sich die zunehmende Sorge um die Altersvorsorge auf das effektive Sparverhalten in der Säule 3a auswirkt. Insbesondere wäre zu erwarten, dass in der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen eine überproportionale Zunahme bei den Einzahlungen in die 3. Säule festgestellt werden kann. Erstens, weil diese vom zunehmenden Druck auf die Vorsorge mehr betroffen sind als die älteren Personen. Und zweitens, weil sie in Umfragen solche Einzahlungen stärker favorisieren.

… tatsächlich geht der Sparanteil aber zurück

Überraschend führte die Auswertung allerdings zum gegenteiligen Befund: Die Beteiligungsrate der 30- bis 44-Jährigen an den Zahlungen in die Säule 3a geht klar zurück. 2010 erreichte diese Altersgruppe noch einen Anteil von 39,7 Prozent. Im Jahr 2011 sank er auf 38,4 Prozent, 2012 auf 37,7 Prozent und im letzten Jahr auf 36,4 Prozent. 2014 ist der Anteil mit 33,5 Prozent sogar noch tiefer, wobei die Jüngeren möglicherweise erst im späteren Jahresverlauf in die 3. Säule einzahlen, sodass diese Zahl bis im Dezember noch ansteigen könnte. Zum Vergleich die Entwicklung bei den 45- bis 59-Jährigen: Ihr Anteil erhöhte sich von 47,7 Prozent im Jahr 2010 auf aktuell 51,5 Prozent.

Welches Fazit lässt sich daraus ziehen? Die Umfrageergebnisse zeigen auf der einen Seite, dass das Problembewusstsein durchaus vorhanden ist. Insbesondere die unter 45-Jährigen äussern zudem die klare Präferenz, durch eine verstärkte Selbstvorsorge Gegensteuer zu geben. Der Fiskus würde dieses Vorhaben mit grosszügigen Steuerabzügen unterstützen. Gerade bei den Jüngeren sind diesen Worten bislang aber noch keine entsprechenden Taten gefolgt. Womöglich sagen sich viele, dass ihnen ja noch mindestens 20 Jahre bis zur eigenen Pensionierung verbleiben und dass sie später immer noch rechtzeitig vorsorgen können.

Säule 3a: Besser regelmässig kleine Zahlungen als selten grosse Beträge

Gerade bei der Säule 3a stimmt dies aber nicht: Die Einkaufsmöglichkeit gilt jeweils nur für ein Jahr. Eine verpasste Einzahlung (und der damit verbundene Steuervorteil) lässt sich später nicht mehr nachholen. Zudem ist der Betrag plafoniert. Statt die Einzahlungen auf die letzten Jahre vor der Pensionierung aufzuschieben, sollte man deshalb die 3. Säule bereits in früheren Jahren nutzen.

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Die Devise lautet also: Besser regelmässig eine kleine Summe als sporadisch einen grossen Betrag. Eine intensivere Nutzung der Säule 3a wäre deshalb besonders den unter 45-Jährigen durchaus zu empfehlen. Eine Anleitung zur Säule 3a mit 33 Tipps finden Leser bei migrosbank.ch

Albert Steck, Markt- und Produktanalyse Migros Bank