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Asien
Wachstumsmarkt China: Hier lohnt sich der Einstieg

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Trotz Wachstum und Aufstieg: Das Glücksgefühl der Chinesen bleibt unverändert tief. keystone

Das Wachstum in China ist zwar weit niedriger als in den besten Zeiten. Doch dafür zeichnet sich eine Stabilisierung ab. Die Börsen legen zu. Wo Anleger jetzt einsteigen.

Von Georg Pröbstl
2017-03-24

Die Wachstumsraten fallen und liest man die Kommentare in den Medien könnten Anleger Angst bekommen. Und sie bekommen tatsächlich immer wieder Angst: Das zeigen etwa die Kurseinbrüche an den Börsen Chinas - zuletzt etwa vor einem Jahr um 20 Prozent und mehr.

Das Wachstum fällt tatsächlich. Im vergangenen Jahr legte die Wirtschaft in China um 6,7 Prozent zu. 2015 lagen die Steigerungen noch bei 6,9 Prozent. Zwischen 2003 und 2009 gab es aber noch Zuwächse im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

6,5 Prozent Wachstum

Für das laufende Jahr hat der Ministerpräsident des roten Riesen, Li Keqiang, Anfang März auf der fünften Jahrestagung des 12. Nationalen Volkskongresses nun ein angestrebtes Wachstum für das Bruttoinlandsprodukt von 6,5 Prozent ausgegeben. Professor Lu Shengrong vom makroökonomischen Forschungszentrum der Xiamen-Universität weiss es sogar noch präziser. Nach Einschätzung des Wissenschaftlers wird das BIP Chinas in diesem Jahr bei etwa 6,64 Prozent liegen.

Allerdings: Das Schielen der Anleger und Investoren nur auf die absoluten Wachstumsraten in Prozent ist nicht ganz korrekt. Denn entsprach ein Wirtschaftswachstum des chinesischen BIP vor zehn Jahren von 14,2 Prozent noch einem Volumenanstieg von 450 Milliarden Dollar, so legt die Wirtschaft nun bei einem BIP-Plus von 6,5 Prozent im Volumen um rund 750 Milliarden Dollar zu. Der Einfluss auf die Gesamtnachfrage ist entsprechend deutlich höher.

Konsum wird immer wichtiger

Neben weiterem Wachstum ist ein wichtiges Ziel der Politiker auch die Absicherung der Beschäftigung und die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen im Reich der Mitte. Gerade die Lebensverhältnisse scheinen ein Problem. Nach dem vor einer Woche präsentierten Weltglücksbericht 2017 der Vereinten Nationen hat sich das Glücksgefühl der Chinesen in den letzten 25 Jahren trotz des enormen Wachstums und Aufstiegs von hunderten Millionen Menschen in die einkommenstärkere Mittelschicht nicht verändert. So oder so: Armut ist aber nach wie vor ein Thema in China und die Regierung in Peking will bis 2020 alle 40 Millionen Menschen, die derzeit noch im Land in Armut leben, aus dieser Not befreien.

Während Kommentare in den westlichen Medien oft warnend auf die Wachstumsabschwächung Chinas hinweisen, gibt es im Land selbst teils enorme Zuwächse. Der private Konsum geht steil nach oben. Die Zahl der verkauften Autos im fernöstlichen Staat kletterte im vergangenen Jahr um 13,7 Prozent auf 28 Millionen Fahrzeuge. Online-Handel wächst rasant und zeigte 2016 laut Handelsminister Gao Hucheng ein Plus von 26,2 Prozent auf 5,2 Billionen Yuan oder rund 755 Milliarden Dollar. Für dieses Jahr prognostiziert der Minister dem Einzelhandel bei Verbrauchsgütern insgesamt ein Plus von 10,2 Prozent auf über 37 Billionen Yuan entsprechend etwas mehr als 5,0 Billionen Dollar. Durch diesen schnellen Anstieg des privaten Verbrauchs entfielen bereits in 2016 64,6 Prozent des gesamten BIP-Wachstums auf den Zuwachs des Konsums.

Unerwartet gute Zahlen 

Im laufenden Jahr kann China bereits einige positive Wirtschaftsdaten vorweisen. So stiegen die Exporte in den ersten beiden Monaten auf Dollarbasis um vier Prozent und auf Basis Yuan sogar um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Januar und Februar 2016 hatte es dagegen noch einen Rückgang von 7,7 und zwei Prozent gegeben. Zudem ziehen auch die Investitionen in Anlagegüter, Immobilien und Infrastruktur an. Das Volumen dort stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,9 Prozent und lag damit deutlich über der Zuwachsrate der beiden Startmonate vor einem Jahr von 8,1 Prozent. Auch der Dienstleistungssektor beschleunigt und lag mit einem Wachstum von 8,2 Prozent in den beiden ersten Monaten 2017 0,4 Prozentpunkte über dem 2016er-Wert. 

«Die Verbesserung im Export-Wachstum Chinas geht auf die Expansion des weltweiten Handels zurück. Viel wichtiger aber ist, dass sich kein Handelskonflikt zwischen USA und China zeigt», beurteilt Xingdong Chen, Chefökonom von BNP Paribas für China die Entwicklung. Nach Einschätzung des Experten arbeitet die Regierung in Peking auch an einer Eindämmung der Hauspreisspirale nach oben. Insgesamt scheinen damit viele Dinge auf eine Stabilisierung im Reich der Mitte hinzudeuten. 

Shanhai und Hang Seng: Die Kurse sind im schönen Aufwärtstrend

Das zeigt sich auch an den Aktienmärkten. Der Shanghai A-Index hat sich seit der scharfen Korrektur von 25 Prozent Ende 2015/Anfang 2016 bereits schön und beständig wieder um 600 Punkte oder rund 20 Prozent nach oben gearbeitet. Und der Hang Seng notiert sogar schon zehn Prozent über dem Ausgangslevel vor dem Einbruch Anfang 2016.

An der Börse Hongkong sieht beispielsweise China Mengniu (ISIN: KYG210961051) vielversprechend aus. Der Nahrungsmittelhersteller mit Fokus auf Michprodukte ist einer der führenden Anbieter der Branche in China und konnte Umsatz und Gewinn in den letzten fünf Jahren jeweils um rund 50 Prozent steigern. Die Aktie notiert an der unteren Begrenzungslinie ihres Aufwärtstrends und ist mit einem KGV im Bereich von 20 noch nicht zu hoch bewertet. 

Geely Auto: Hohes Wachstum, Bewertung moderat

Besonders steil nach oben geht es mit Hang Seng-Mitglied Geely Automobile (ISIN: KYG3777B1032). Die Aktie des Autoherstellers hat sich in den letzten zwölf Monaten verdreifacht und da könnte noch mehr drin sein. Denn der Konzern aus Hongkong wächst rasant. Im vergangenen Jahr schaffte der Fahrzeugbauer wegen der starken Nachfrage am Heimatmarkt ein Umsatzplus von 78,3 Prozent und konnte den Gewinn mit einem Plus von 125,9 Prozent mehr als verdoppeln. Wegen einer Reihe von neue angelaufenen Modellen und einer vollen Produktpipeline will das Geely-Management den Absatz an Fahrzeugen in diesem Jahr um weitere 31 Prozent von rund 766000 Stück auf dann 1,0 Millionen ausweiten. Zudem setzt Geely auch auf Elektromobilität und will in der Sparte bis 2020 stark wachsen. Mit einem geschätzten KGV nur knapp über 10 in 2017 ist die Aktie günstig zu haben. 

Anleger, die breiter gestreut und damit weniger risikobehaftet auf den weiteren Aufschwung Chinas setzen wollen, greifen zu Call-Zertifikaten auf den Hang Seng (ISIN: CH0200970900, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 500:1, Basis und Knock-out jeweils 17295 Punkte). Möglicherweise schafft der Index jetzt nämlich schon zeitnah den klaren Sprung über den Widerstand bei 24000 Punkten. Mit dem Produkt lassen sich Gewinne dann mit einem aktuellen Hebel von 3,3 verstärken. 

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