Einen gemächlichen Gang haben die Aktienmärkte im dritten Quartal eingeschlagen. Der SMI schaffte von Juli bis September ein kleines Plus von 2 Prozent, der EURO STOXX 50 drehte eine Nullrunde. Anders sieht es an den Devisenmärkten aus. Hier kam es zu Ausschlägen wie lange nicht. Dass sich der Rubel im freien Fall befindet, überrascht angesichts der Ukraine-Krise und den Sanktionen gegen Russland wenig. Etwas plötzlich kommt aber die Abwärtsbewegung von Euro und US-Dollar.

Noch im Mai bekam man für 1 Euro rund 1,40 Dollar, nun sind es nicht einmal mehr 1,26 Dollar. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Monaten fortsetzen wird und halten Kurse um 1,20 Dollar für möglich. Und stocksDIGITAL hatte in den letzten Wochen und Monaten wiederholt auf Spekulationschancen gegen den Euro hingewiesen.

US-Dollar im Aufwind gegenüber Euro und Franken …

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Der Grund für die Euro-Abwertung ist relativ simpel: Die Politik der Notenbanken driftet auseinander. Während Mario Draghi, der Chef der europäischen Zentralbank, die Zinsen senkt und darüber hinaus den Euro bei jeder Gelegenheit schwachredet, ist die Fed dabei, ihre Geldspritzen zu verkleinern. Zum anderen hinkt das Wirtschaftswachstum auf dem alten Kontinent jenem in den USA hinterher. Während die EZB ihre BIP-Prognosen für 2014, 2015 und 2016 leicht senkte, nimmt die Konjunktur in den USA Fahrt auf. Satte 4,6 Prozent Wachstum wurden im zweiten Quartal in den Staaten erzielt.

Auch gegenüber dem Schweizer Franken hat der Greenback ein Wendemanöver vollzogen. Das FX-Duo hat sich seit Mitte des vergangenen Jahres in einem Abwärtstrend bewegt, und im Sommer setzte eine Gegenbewegung ein, die Anfang August an Dynamik gewonnen hat. Aktuell notiert das Währungspaar nahe bei der 0,96er-Marke, ein Niveau, das zuletzt im Juli 2013 erreicht worden ist. Auch dieser Verlauf zeigt die Differenzen zwischen den Währungshütern diesseits und jenseits des Atlantiks. Die schweizerische Nationalbank hält weiter an ihrer Niedrigzinspolitik fest und schürte gar Spekulationen um einen negativen Leitsatz.

… und auch der australische Dollar schwächelt

Derweil ist es in Down Under ebenfalls zu einem abrupten Ende einer Seitwärtsbewegung gekommen, die monatelang bestanden hat. Der australische Dollar wertete seit dem 6. September gegenüber dem US-Dollar um mehr als 7 Prozent ab. Schwache Wirtschaftsdaten liessen Devisenhändler vom fünften Kontinent flüchten. Zum Beispiel sank das Verbrauchervertrauen in Australien im September um 4,6 Prozent. Im August war ein Anstieg von 3,8 Prozent verzeichnet worden.

Tendiert der Greenback gegenüber den genannten Währungen weiterhin nach oben, kann dies mit verschiedenen Hebelprodukten in Gewinne umgemünzt werden. So eignen sich beispielsweise Mini Futures, Knock-out-Scheine sowie Faktor-Zertifikate für eine Spekulation. Das letztgenannte Produkt hat den Vorteil, dass sich keine Barriere in der Struktur befindet und dass der ausgewählte Hebel konstant bleibt. Anleger müssen für diesen Prozess aber eine jährliche Gebühr von 0,5 Prozent in Kauf nehmen.

Inline-Optionsscheine – Spekulation in der Seitwärtsrange

Inline-Optionsscheine stellen eine besondere Art der Währungsspekulation dar. Sie eignen sich für FX-Paare, die sich in einer Seitwärtsbewegung befinden. Aufgrund des eingeführten Mindestkurses der SNB für den Schweizer Franken gegenüber dem Euro klebt das Devisengespann bereits seit Längerem im Bereich von 1.20/1.21 Franken fest. Bleibt der Wechselkurs auf diesem Niveau, sind innerhalb kurzer Zeit hohe Gewinne drin. Allerdings ist bei diesen Produkten, die über eine obere und untere Barriere verfügen, Vorsicht angesagt. Bei einer Schwellenverletzung verfällt das Produkt wertlos. Wie schnell es zu einem Trendwechsel kommen kann, zeigen auch die eingangs aufgeführten Beispiele.

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Mit dem relativ neu am Markt erhältlichen Knock-out-Warrant aus dem Hause Vontobel können Dollar-Bullen von einer weiteren Abwertung der europäischen Gemeinschaftswährung profitieren. Die Barriere bei USD 1,3077 befindet sich um rund 4 Prozent vom aktuellen Wechselkurs entfernt.

Das von der Commerzbank an der SIX Structured Products gehandelte Faktor-Zertifikat ist mit einem konstanten Hebel von 5 ausgestattet. Das FX-Duo steht nach der Rally vor einem grösseren Widerstandsbereich bei CHF 0,96/0,97. Auf der Unterseite sollte USD/CHF nicht mehr nachhaltig unter CHF 0.925 fallen, um den Aufwärtstrend nicht zu gefährden.

Der Mini Future der ZKB hebelt die Bewegungen des Währungspaares um den Faktor 8,6. Der Knock-out befindet sich bei USD 0,9574, ein Niveau, das AUD/USD zuletzt im November 2013 erreicht hat. Wichtig ist nun, dass der Supportbereich bei USD 0,88 nach unten durchbrochen wird.

Die Grenzen des Inline-Optionsscheins liegen bei CHF 1.2020 und 1.2300. Bleibt das Devisenpaar bis zum 12. November in diesem Korridor, zahlt die Emittentin 10 Euro je Schein zurück. Das entspricht einer aktuellen Renditechance von 31 Prozent. Achtung: Bei einer Schwellenverletzung kommt es zum Totalverlust.