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Asien
Wieso jetzt eine neue China-Panik droht

Peking: Frühindikatoren deuten auf Abkühlung. Keystone

Chinas Wirtschaft laufe wieder auf Hochtouren, lautet der Tenor vieler Finanzexperten mit Blick nach Fernost. Doch aufgepasst: Frühindikatoren sprechen eine andere Sprache.

Von Matthias Jenzer*
am 21.07.2017

Viele Aktieninvestoren erinnern sich nur ungern zurück an den Jahresanfang 2016. Die globalen Aktienmärkte befanden sich im Sturzflug aufgrund von «China-Ängsten». Und diese Ängste bewogen viele Investoren zu – im Nachhinein – sehr schmerzhaften Panikverkäufen. Wer jedoch die chinesischen Frühindikatoren im Blick hatte, wusste bereits, dass dies Panik völlig fehl am Platz war und konnte ruhigen Blutes die Marktreaktionen abwarten.

Derzeit überschlägt sich die internationale Finanzpresse vor positiven Kommentaren zum derzeitigen Wirtschaftsverlauf in China (immerhin wuchs Chinas Wirtschaft im zweiten Quartal um satte 6,9 Prozent). Bis Ende Jahr stehen alle Ampeln auf Grün.

Alarmzeichen aus der Wirtschaft

Frühindikatoren sprechen jedoch bereits wieder eine andere Sprache. Der «Li Keqiang Index», welcher die Trends in Chinas «alter» Wirtschaft repräsentiert, sendet erste Abschwächungssignale aus. Sämtliche Kreditimpuls-Indikatoren, welche messen wie stark der Rückendwind für Chinas Wirtschaft aus dem Kreditbereich ist, prognostizieren für die künftigen Quartale ebenfalls eine signifikante Schwächephase.

Auch der chinesische Immobilienmarkt zeigt Ermüdungserscheinungen. Soll heissen: die chinesische Wirtschaftsdynamik kann sich bis zum Jahresende signifikant abkühlen. Die Krux: Viele Investoren haben die Signale noch nicht empfangen – die Frühindikatoren werden weiterhin vernachlässigt, mit potentiell schmerzlichen Folgen.

China: Vorsicht – Emerging Markets: Vorsicht

Auch in diesem Jahr können die globalen Investoren vor Jahresende erneut in «China-Panik» verfallen – sobald die harten Daten eine signifikante, für sie «überraschende» Wirtschaftsabkühlung aufzuzeigen beginnen. Damit wird wohl – wie bereits in der Vergangenheit oftmals der Fall – auch wieder eine «Emerging Market Panik» Einzug halten.

Sollte derzeit oder in naher Zukunft der Ausbau von Positionen in Emerging Markets geraten werden, so sollte genau überlegt werden, ob dieser Rat befolgt wird – Quilvest empfiehlt, befolgen Sie den Rat nicht. Und sollte bereits in beträchtlichem Ausmass in Emerging Markets investiert worden sein – seien Sie stolz auf sich und beginnen Sie mit der Ausstiegsplanung.

  * Matthias Jenzer, Investmentchef, Quilvest (Switzerland) Ltd

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