Die deutsche Ausgabe des Wirtschaftsmagazins «Bilanz» hat jüngst Gerüchte über eine Übernahme der deutschen Commerzbank aufgewärmt. Laut dem Bericht prüfen die französische Société Générale sowie die spanische Banco Santander entsprechende Pläne. Der Kurs der Commerzbank-Aktie zog infolge dieses Berichts deutlich an.

Anleger sollten diesen Braten mit Vorsicht geniessen. Seit Monaten halten sich solche Gerüchte am Markt – ohne dass sich dabei etwas konkretisiert hätte. Zudem hatte SocGen-Chef Frédéric Oudéa erst Anfang April wenig Interesse an einer Übernahme eines deutschen Konkurrenten bekundet. «Der deutsche Markt für Privatkunden ist wenig profitabel. Wir sind nicht daran interessiert, unserem Geschäft nur Grösse ohne ausreichend Synergien hinzuzufügen», so der Bankchef in einem Interview.

Schnelles Dementi

Wenig verwunderlich also, dass kurz nachdem das Gerücht aufgefrischt wurde, ein Dementi aus der SocGen-Zentrale kam. Es gebe keine derartigen Gespräche. Und Banco Santander? Die Spanier, die selbst über lange Zeit zu kämpfen hatten, werden sich hüten, einen kränklichen Patienten ins Haus zu holen, denn die Commerzbank ist keinesfalls eine Perle unter den deutschen Bankenhäusern. Die Quartalszahlen haben gezeigt, dass auch die Bäume in Frankfurt nicht in den Himmel wachsen.

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Die operativen Gewinne in der Kernbank waren aufgrund des Niedrigzinsumfeldes weiterhin rückläufig. Die Übernahmegerüchte rund um die Commerzbank sind eine «never-ending» Story – sie kochen immer wieder hoch, um sich dann in Luft aufzulösen. Die Aktie springt kräftig an, um wenig später wieder in der Versenkung zu verschwinden. Commerzbank-Aktionäre sollten solche Gerüchte nutzen und dem Titel Adieu sagen!

Eine kritische Analyse von www.theinvestor.ch