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Stromfresser Bitcoin widerspricht Nachhaltigkeit

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Stromfresser Bitcoin: Der Stromverbrauch für die Bitcoin-Gewinnung Mitte Januar 2018 war ungefähr so hoch wie der gesamte Elektrizitätsbedarf von Neuseeland.Quelle: Keystone

Die aktuellen Entwicklungen sprechen für nachhaltige Anlagen. Dabei ist nicht nur der Energiehunger von Bitcoin ein Thema.

Von Hamish Chamberlayne*
am 06.02.2018

Mit dem vierten Quartal 2017 endete ein sehr gutes Jahr für die internationalen Aktienmärkte, und der MSCI World Index kletterte auf ein neues Allzeithoch. Viele Anleger waren angesichts der verbuchten Zuwächse in Feierlaune, doch verglichen mit den Preissteigerungen bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen verblasste die Rally.

Wer über den Klimawandel besorgt ist, wird den Energiebedarf bei der Gewinnung von Bitcoins allerdings als sehr ernstes Thema betrachten. Laut Daten der Informationsplattform Digiconomist war der Stromverbrauch für die Bitcoin-Gewinnung Mitte Januar 2018 ungefähr so hoch wie der gesamte Elektrizitätsbedarf von Neuseeland. Ein so hoher Energieverbrauch ist unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit völlig inakzeptabel – dies umso mehr, als er noch weiter zunimmt, sollte der Kurs von Bitcoin weiter steigen. Insofern wird das Thema Energie zu einem Faktor, der der Lebensdauer der Kyptowährung Grenzen setzt.

Umstellung auf eine klimafreundliche Wirtschaft gewinnt an Tempo

Eine Belebung der Weltwirtschaft, Lieferausfälle und geopolitische Spannungen haben den Preis von Brent-Rohöl auf rund 70 US-Dollar pro Barrel steigen lassen. Höhere Ölpreise dürften die Umstellung auf eine Wirtschaftsweise mit niedrigem CO2-Ausstoss noch beschleunigen, denn selbst bei einem Preis von nur 50 US-Dollar pro Barrel ist Öl kein wettbewerbsfähiger Energieträger.

Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang die Ankündigung von Norwegens Zentralbank, sie plane den Verkauf der gesamten Öl- und Gasinvestments des über 800 Milliarden Euro schweren norwegischen Staatsfonds. Zur Begründung führte die Bank an, Norwegen müsse sich vor den negativen Folgen dauerhaft sinkender Öl- und Gaspreise schützen.

Das Ende naht

Wir gehen auch davon aus, dass die staatliche Saudi Aramco, der weltweit grösste Ölkonzern, in diesem Jahr den geplanten Börsengang vorantreiben wird. Das wäre ein weiterer Hinweis darauf, dass ein Ende des Ölzeitalters näher rückt.

Der Aufbau von Kapazitäten im Bereich der erneuerbaren Energien hat sich 2017 noch einmal stark beschleunigt, und bei Sonnen- und (On- und Offshore-) Windenergie wurden neue Preisrekorde aufgestellt. Mittlerweile ist Elektrizität, die mit diesen Technologien gewonnen wird, in vielen Teilen der Welt die billigste Form von Strom. Übrigens haben sich weltweit eine grosse, ständig wachsende Zahl von Staaten verpflichtet, ab 2030 auf die Nutzung von Kohle zur Stromerzeugung zu verzichten.

 

*Hamish Chamberlayne ist Fondsmanager der Global Sustainable Equity Strategy von Janus Henderson

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