Die SWX, SWX Europe und das schweizerische Segment der Scoach verzeichneten im Juli 2008 gegenüber dem Vormonat einen um 38,5% auf 5,5 Mrd Fr. höheren Umsatz bei strukturierten Produkten und Warrants. Damit erreichen diese Vehikel fast 4% des Gesamtumsatzes (der Löwenanteil entfällt weiterhin auf Aktien, Aktienfonds und Exchange Traded Structured Funds ETSF).

Zwar reduzierte sich der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 4,9%. Damit liegt aber dieser Rückgang deutlich unter dem Durchschnitt. An der SWX und der SWX Europe wurde nämlich gesamthaft ein Einbruch von 24% gegenüber dem Juli 2007 verzeichnet. Ein Teil dieses Einbruchs bei Aktien ist auf den verringerten Wert dieser Papiere zurückzuführen.

Umschichtungen vom Geldmarkt

Laut Werner Vogt, Mediensprecher bei der SWX Swiss Exchange, waren drei Faktoren für den Volumenanstieg bei den Derivaten verantwortlich: So waren Anlagen vom Geldmarkt in strukturierte Produkte und hier insbesondere in passive, auf Indizes basierende Produkte umgeschichtet worden. Dann gab es Schwankungen in praktisch allen Rohstoffklassen und es zeigte sich eine höhere Nachfrage nach Kapitalschutzprodukten. Während bei Aktien alleine infolge des Kurszerfalls seit einem Jahr bei gleich bleibenden Stückzahlen tiefere Umsatzvolumen resultieren, ist dieser Effekt laut Vogt bei strukturierten Produkten nicht erkennbar. Die Anzahl der Trades hat sich im Juli auf 170000 erhöht, gegenüber 143000 im Juni. Effekte der Steueränderung in Deutschland, die dort in einigen Bereichen zu einer Verlangsamung des Geschäfts geführt haben, sind laut Vogt an der SWX nicht zu erkennen. Die emittierenden Banken zeigen offenbar auch keine Ermüdungserscheinungen. Im Juli dieses Jahres kamen 2912 neue Produkte auf den Markt, 600 mehr als noch im Juni. Gesamthaft ist damit die Zahl ausstehender Produkte auf 25744 gestiegen, im Juli 2007 waren es noch 16020. Glatt verdreifacht hat sich die Nachfrage nach Kapitalschutzprodukten. Laut Vogt sind aber auch Rohstoffe und Produkte, die nur auf einem einzelnen schweizerischen Wert (Aktien wie Roche, UBS, ABB) basieren, gefragt. Auch sah man an der SWX Angang Juli überdurchschnittlich oft Absicherungsaktivitäten (Käufe von Puts). Bei Rohstoffen, insbesondere bei Produkten auf Rohöl, nahmen zudem etliche Anleger ihre Gewinne mit.

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Fast nur Calls auf Financials

Eher weniger gefragt sind Multi-Asset-Produkte (beispielsweise Aktienkörbe auf drei Aktien mit Bonusstruktur oder bedingtem Kapitalschutz) oder exotische Produkte mit komplexen Auszahlmodi sowie Index-Tracker auf aufstrebende Länder. Einen Hinweis auf eine etwas positivere Anlegerstimmung brachte der Wochenbeginn. Unter die Top 20 hinsichtlich des Umsatzes kamen laut den Spezialisten von Derivative Partners, welche die SWX-Daten auswerten, mit einer Ausnahme nur Call-Warrants, vor allem auf UBS, Zurich Financial und Swiss Re. Zudem erwarten Anleger offenbar auch Verschiebungen bei Währungen. Gesucht waren auch die beiden Money-Market-Notes VXEUD und VXCHD, die auf die Euro- und Franken-6-Monats-Swapsätze abstellen. Die deutlichen Preisrückgänge bei Rohstoffen verringerten das Interesse an den entsprechenden Produkten nicht: Preis-Tracker auf den Rogers-Commodity-Index, Biofuel-Aktien, Agrar-Baskets und ein Kapitalschutzprodukt auf den Goldpreis verzeichneten Millionenumsätze.