Mit Kursgewinnen von über 150% zählen die Aktien von Advanced Digital Broadcast (ADB) und Kudelski zu den Top-Performern der letzten zwölf Monate. In den nächsten Tagen wird sich bei den Jahresabschlüssen und den Prognosen für 2010 zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt.

ADB stellt Settop-Boxen für den Kabelnetz-, DSL- und Satellitenempfang im oberen Marktsegment her, Kudelski die Zugangstechnologie, mit der Netzbetreiber regeln, wer mit welchen Abonnenten Zugang zu welchen Programmen hat. Da eher bei Restaurantbesuchen gespart wird als bei der Fernsehprogrammfülle zu Hause, konnten sich beide Unternehmen der Krise weitgehend entziehen. Die Umstellung von Analog- auf Digitalfernsehen vergrössert die Nachfrage nach Pay-TV, und das wiederum erfordert Settop-Boxen sowie Zugangstechnologien. Für einen zusätzlichen Schub könnten auch die 2010 stattfindenden Grossveranstaltungen wie die Olympischen Winterspiele in Vancouver und die Fussball-WM in Südafrika sorgen. Die vor kurzem bekannt gegebene Partnerschaft von Kudelski mit Panasonic zeigt zudem, wie künftig die Konvergenz von Digitalfernsehen und Web-Diensten aussehen könnte. So werden von Kudelski webbasierte Applikationen wie interaktive Webdienste und Videoinhalte für Panasonic-Fernseher entwickelt.

Nachfrage überrascht Hersteller

Im ADB-Ergebnis dürften sich, so die Analysten der Bank Vontobel, die Auswirkungen von Engpässen bei wichtigen Settop-Boxen-Komponenten widerspiegeln. Viele Halbleiterhersteller und Zulieferer hatten 2009 ihre Produktion reduziert und wurden dann durch die robuste Erholung im 4. Quartal auf dem falschen Fuss erwischt. ADB konnte deshalb nicht die ganze Nachfrage befriedigen. Aufgrund des Produktemix und der strikten Kostenkontrolle erwarten die Analysten keine negativen Auswirkungen auf die operativen Margen. Für das letzte Jahr rechnen sie mit einem Umsatzplus von rund 5% auf 379 Mio Fr. und einem operativen Gewinn von 25,4 Mio Fr. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnen die Vontobel-Experten mit einem Gewinnanstieg von 12% auf 419 Mio Dollar sowie einem Wachstum beim operativen Gewinn auf 28 Mio Dollar. Aufgrund der soliden Bilanz und des hohen Cashflow könnte es sogar zu einer Neuauflage des Aktien-Rückkaufprogramms kommen. Die Analysten empfehlen die ADB-Aktie zum Kauf.

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Zwei Wochen nach ADB wird Kudelski über sein Ergebnis berichten. Bisher hat das Unternehmen seine «Smartcards» an die Netzbetreiber zu Beginn der Vertragslaufzeiten verkauft, neu beziehen alle Kunden die Zugangstechnologie auf Mietbasis, das heisst zu einem festen Preis pro Karte und Jahr. Dadurch glätten sich die vormals volatilen Umsätze und Gewinne.

Übernahme bringt Einsparungen

Zudem könnte endlich der Abschluss der Open-TV-Übernahme erfolgen. Aufgrund von Streitigkeiten über den Verkaufspreis mit einigen Minderheitsaktionären zieht sich der Deal in die Länge. Doch für 2009 erwarten die Analysten der Neuen Zürcher Bank (NZB) einen Umsatz von 1,086 Mrd Fr. und einen operativen Gewinn von 72 Mio Fr. Bei der NZB rechnet man mit einem Umsatzanstieg von 9% auf 1,18 Mrd Fr. und einer Ausweitung des Betriebsgewinns um 60% auf 119 Mio Fr. dank operativen Einsparungen. Die Kudelski-Aktie wird von Vontobel zum Kauf empfohlen.