Von wegen unabhängig: Die Ratingagenturen Moody’s und S&P sind offenbar enger miteinander verzahnt als bisher angenommen – und als den meisten lieb sein dürfte. Den enormen Einfluss, den die Agenturen mit ihren Bewertungen ausüben, konnte man erst kürzlich durch die Herabstufung der USA durch S&P und den darauf folgenden Börsencrash erkennen.

Laut einem Bericht des «Manager Magazins» hat eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger herausgefunden, dass die Eignerstruktur der beiden Agenturen sich auffällig ähnelt. So liegen laut dem Bericht Moody’s und der S&P-Mutterkonzern McGraw-Hill in den Händen derselben Aktionäre.

Rund ein Dutzend US-amerikanische Fondsfirmen und Finanzkonzerne wie etwa The Capital Group und Blackrock oder die Banken Morgan Stanley und die Bank of New York halten demnach etwa 38 Prozent der McGraw-Hill-Aktien und rund 49 Prozent der Moody's-Anteile.

Roland Berger kritisiert, dass der Wettbewerb unter den Ratingagenturen dadurch stark eingeengt werde. Die beiden Rating-Riesen teilen rund 80 Prozent des gesamten Marktes unter sich auf.

Doch die Studie kommt auch dem Verfasser nicht ganz ungelegen. Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins «Capital» sucht Die Unternehmensberatung selbst gerade nach Partnern für einen europäischen Rating-Konkurrenten.

Anzeige

(laf/rcv)