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Sturzflug der Auto-Aktien belastet den Dax

Börse Frankfurt: Der Dax schliesst im Minus. Keystone

Die Kartellvorwürfe gegen die Autokonzerne haben für einen schwachen Auftakt der deutschen Börsenwoche gesorgt: Das Börsenbarometer Dax schloss deutlich im Minus.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Die Kartellvorwürfe gegen Daimler, VW und BMW haben am Montag dem deutschen Aktienmarkt zu schaffen gemacht. Der Dax rutschte unter Führung der Autowerte um 0,3 Prozent auf 12'208 Punkte ab. Der EuroStoxx50 schloss kaum verändert. Anleger fürchten, dass Deutschlands Vorzeigebranche in Verruf geraten könnte. «Nicht nur, dass auf dem Börsenparkett mögliche Strafen für die Autobauer diskutiert werden, es geht um mehr», sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC-Markets. «Gerade nach dem Abgasskandal steht ein weiteres Mal das Thema Glaubwürdigkeit und Vertrauen der Kunden in die Marken Mercedes, BMW und Volkswagen auf dem Prüfstand.»

Die EU geht Vorwürfen nach, die Autobauer hätten sich seit Jahrzehnten über die Technik ihrer Fahrzeuge, Kosten, Zulieferer, Märkte und Strategien abgesprochen. «Die möglichen finanziellen Belastungen – Strafzahlungen, Schadensersatz etc. – lassen sich auf Basis der aktuell vorliegenden Informationen nicht abschätzen», schrieb DZ Bank-Analyst Michael Punzet in einem Kurzkommentar. In den kommenden Wochen müsse bei Autowerten mit kräftigen Kursausschlägen gerechnet werden.

BMW und Daimler am Tabellenende

Die rote Laterne im Dax hielten BMW und Daimler mit Abschläge von 2,8 und 2,7 Prozent auf 78,94 und 60,92 Euro. VW-Papiere schlossen mit 135,85 Euro 1,4 Prozent schwächer. In Wolfsburg wurde der Aufsichtsrat zu einer Krisensitzung einberufen. Bei Daimler forderte der Betriebsrat vom Management Aufklärung und mögliche Konsequenzen. Der «Spiegel» hatte am Wochenende unter Berufung auf einen Schriftsatz von Volkswagen über die Vorwürfe berichtet.

Auch die Aktien der französischen Autobauer Peugeot und Renault verloren 1,3 und 0,3 Prozent. Dabei drückte ein kritischer Analystenkommentar die Aktien der künftigen Opel-Mutter Peugeot. Die beiden Autohersteller sowie VW und Daimler wollen in dieser Woche noch mit ihren Zwischenberichten aufwarten.

Julius Bär im Aufwind

Auch die Schweizer Börse hat am Montag nachgegeben. Im Verlauf wurden die Einbussen laut Händlern dank einer leichten Erholung von Dollar und Ölpreis wieder etwas eingegrenzt. Das Geschäft präsentierte sich uneinheitlich. Gefragt waren die Aktien von Banken, die laut Händlern nach einem besser als erwarteten Halbjahresbericht des Vermögensverwalters Julius Bär profitierten. Dagegen zogen Abgaben in den schwergewichtigen Aktien des Pharmariesen Novartis und des Lebensmittelmultis Nestlé den Markt nach unten. Der SMI schloss um 0,5 Prozent schwächer mit 8898 Punkten.

In New York stand die Bilanzsaison im Fokus. Hier warteten die Anleger vor allem auf die nach Handelsschluss anstehenden Bilanzdaten, unter anderem von der Google-Mutter Alphabet. Im Wochenverlauf stehen dann noch die Zahlen der Internetkonzerne Amazon und Facebook an. Zum Handelsschluss in Europa tendierten die grossen Indizes uneinheitlich: Während der Dow-Jones-Index 0,3 Prozent und der S&P500-Index 0,1 im Minus lagen, war der Nasdaq-Composite minimal im Plus.

(reuters/mbü)

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