Die Ölpreise sind am Donnerstag wegen der Sorgen um ein zu hohes Angebot auf ein Vierjahrestief gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete am Mittag 83,02 US-Dollar. Das waren 67 Cent weniger als am Mittwoch. So tief lag der Preis zuletzt im November 2010. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank um 1,40 Dollar auf 80,38 Dollar.

Die Ölmärkte sorgen sich nach wie vor um ein hohes Angebot, da das Ölkartell Opec auf den Preisverfall von über 20 Prozent seit Juni bisher nicht mit Produktionskürzungen reagiert hat.

Preiskampf gegen die USA

Beobachter gehen davon aus, dass vor allem der grösste Ölproduzent Saudi-Arabien darauf wartet, dass Produzenten mit höheren Kosten zuerst die Produktion drosseln. Dies gilt vor allem für den jüngsten Konkurrenten auf dem Weltmarkt, die USA mit ihrer Schieferölproduktion.

«Die ersten Schieferölproduzenten dürften bei gegenwärtigen Preisen von 75 Dollar je Barrel für Bakken-Öl oder WTI Midland an der Schwelle der Rentabilität liegen. Kurzfristig dürfte dies aber noch nicht zu einer Einschränkung der Produktion führen», kommentierten die Experten der Commerzbank.

Opec-Preis ebenfalls gefallen

Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist stark gefallen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Mittwoch im Durchschnitt 81,89 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Ende 2010.

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Im Vergleich zu Dienstag betrug der Verlust 3,25 Dollar. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.

 (awp/ise/gku)