Die Analysten der Citigroup zählen die Swiss-Life-Aktien zu den riskantesten Versicherungswerten überhaupt: Von den 34 mitverfolgten Aktien rangiert diese auf dem zweitletzten Platz (vor Aviva und nach der niederländischen ING, die nur noch durch Staatshilfe vor einer Schieflage gerettet werden konnte).

Das widerspiegelt sich auch in den Aktienkursen. In den letzten drei Monaten hat sich der Wert der Swiss-Life-Namen halbiert. Bei vielen Multi-Asset-Produkten in der «worst of»-Variante hat diese Aktie das Kalkül der Anleger durchkreuzt, und die Bonus-Zertifikate auf die Swiss-Life-Aktie sind inzwischen zu einfachen Preistrackern geworden.

Angeschlagene Gesundheit

Genau hier lauern mögliche weitere Gefahren. Neben vielen strategischen Problemen hat die Swiss Life noch zwei weitere Herausforderungen zu meistern. Einerseits ist das Anlageportefeuille mit vielen relativ niedrig bewerteten Obligationen durch mögliche Firmenpleiten überdurchschnittlich exponiert. Rund 33 Mrd Fr., etwa ein Drittel der Anlagen, entfallen laut den Analysten der Citigroup auf Firmenobligationen. Die Aktienquote ist vernachlässigbar klein. Hinzu kommen weitere Anlagen bei Hedge-Fonds, die möglicherweise abgeschrieben werden müssen. Zwischen Juni letzten Jahres und Ende 2009 sollen diese Anlagen um 60% von 5,3 Mrd Fr. auf 2 Mrd Fr. abgebaut werden.

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Operativ besteht die Herausforderung darin, dass die Nachfrage nach Lebensversicherungen in konjunkturell schwächeren Zeiten abnimmt. Die Solvabilität, der Kennwert, welcher Aufschluss über die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens gibt, lag laut Schätzungen der Analysten von JP Morgan Ende Jahr bei 155%. Das ist im Branchenvergleich niedrig.

Die Bonitätsprüfer von Standard & Poor’s hatten das Gegenparteienrisiko im November auf BBB- gesenkt - eine Stufe über dem Junk-Bond-Niveau für nachrangige Obligationen des grössten Schweizer Lebensversicherers.

Erst am 24. März orientiert Swiss Life über das letzte Geschäftsjahr. Bis dahin haben Derivateanleger reichlich Gelegenheit, auf positive und negative Überraschungen zu setzen. Die Unsicherheit widerspiegelt sich auch bei Hebelprodukten.

Volatilität geht ins Geld

Auf die beiden Calls SLKBB und SLHBK entfiel in den letzten Tagen etwa gleich viel Handelsvolumen wie auf die beiden Puts SLHPU und SLKBA. Wobei SLHBK mit einem Ausübungspreis von 260 Fr. und einer verbleibenden Laufzeit bis Mitte September sehr aggressive Konditionen aufweist. Allerdings reagieren diese Scheine auch viel sensibler auf Veränderungen des Basiswertes als Call-Warrants, denn bei diesen ist der Ausübungspreis viel niedriger und es ist damit wahrscheinlich, dass eine (zu) kurze Restlaufzeit den Zeitwert nicht allzu stark negativ beeinflusst.

Umgekehrt hat der Put SLHWF seine Käufer reich gemacht - der bis Ende Jahr laufende Schein hat seinen Wert seit letztem August verfünffacht. Generell sollten Anleger, die im Vorfeld des Ergebnisses auf Ausschläge in die eine oder in die andere Richtung setzen, den Mini-Future-Varianten den Vorzug geben. Denn bei diesen spielt die Volatilität, die bei der Swiss-Life-Aktie um 75% liegt, keine Rolle. Eine hohe Volatilität verteuert aber den Preis von «gewöhnlichen» Hebelprodukten.