Die Schweizer Börse hat am Montag dank kräftiger Kursgewinne der Syngenta-Aktien leicht zugelegt. Die Anteile des Pflanzenschutzherstellers schlossen nach der Zustimmung des US-Ausschusses CFIUS zur Übernahme durch ChemChina knapp elf Prozent höher. Der Gesamtmarkt litt jedoch unter der Angst der Anleger vor höheren US-Zinsen und unter Gewinnmitnahmen bei den schwergewichtigen Nestle-Aktien.

Der SMI legte 0,4 Prozent auf 8158 Punkte zu. Mehr als 30 Punkte gingen auf das Konto von Syngenta. Am Freitag war der Leitindex um 0,8 Prozent gefallen.

Ein 15-Monats-Hoch

Die Syngenta-Aktien schnellten bei gewaltigen Umsätzen zweitweise mehr als zwölf Prozent auf bis zu 428,50 Franken zu. Dies ist der höchste Stand seit 15 Monaten und der grösste Kurssprung seit der 45 Milliarden Dollar schweren Offerte von Monsanto für den Schweizer Agrarchemie-Konzern im Mai 2015.

Der chinesische Chemieriese ChemChina hat mit der Freigabe von CFIUS auf dem Weg zur Übernahme eine wichtige Hürde genommen. Beide Firmen gehen weiterhin davon aus, die 43 Milliarden Dollar schwere Transaktion bis Jahresende abzuschliessen. Der Staatskonzern bietet den Syngenta-Aktionären insgesamt 453 Franken je Aktie. Dass die Aktie unter dem Angebotspreis notiert, erklärten Händler vor allem damit, dass noch einige andere Bewilligungen ausstünden.

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«Wichtigste Hürde genommen»

«Die wichtigste Hürde aber ist genommen», sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer sprach von einem «kartellbezogenen Discount». «Je mehr Wettbewerbsbehörden zustimmen, umso näher dürfte der Kurs gegen 450 Franken steigen», sagte er. Die Entscheidung des CFIUS könnte für andere Zusammenschlüsse in der Branche wie die Übernahme von Monsanto durch Bayer Signalwirkung haben.

Ansonsten verlief das Geschäft laut Händlern in ruhigen Bahnen. Vor dem Treffen der Notenbanker ab Donnerstag in Jackson Hole dürften sich die Marktteilnehmer zurückhalten, hiess es. Mit besonderer Spannung wird dabei auf die Rede von Fed-Chefin Janet Yellen am Freitag gewartet. Dass sie den Märkten die Hoffnung auf weiterhin tiefe Zinsen nehmen könnte, glaubten Händler nicht. Zuletzt hatten prominente Fed-Vertreter Signale für ein früher als erwartetes Anziehen der Zinsschraube ausgesandt und damit die Marktteilnehmer aufgeschreckt. Sie hofften, dass Frau Yellen versuchen dürfte, den Märkten die Zinsängste zu nehmen, hiess es.

Nesté-Aktie gewinnt hinzu

Bei den Standardwerten waren – bei meist geringen Kursänderungen — die Gewinner in der Überzahl. Die Anteile des Nahrungsmittelriesen Nestlé konsolidierten die nach der Vorlage des Halbjahresberichts erzielten Kursgewinne und gaben gut ein Prozent nach. Die Papiere des Luxusgüterherstellers Richemont setzten den Abwärtstrend fort und auch die Aktien von Rivale Swatch schlossen im Minus.

Bei den Aktien der Banken setzte sich ähnlich wie bei den europäischen Mitbewerbern kein klarer Trend durch. UBS stiegen um 0,2 Prozent und Credit Suisse legten rund um ein Prozent zu. Julius Bär dagegen schwächten sich um 0,6 Prozent ab. Die Assekuranztitel konnten sich in der Gewinnzone halten.

Novartis kauft eigene Aktien

Bei den Aktien zyklischer Firmen gewannen die Anteile des Personaldienstleiters Adecco 0,8 Prozent. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Prüfkonzern SGS rutschten ins Minus. Der Zementkonzern LafargeHolcim und die Chemiefirma Clariant rückten gegen ein Prozent vor.

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Die Gewinne des Indexschwergewichts Novartis schmolzen ab und Roche waren zuletzt 0,7 Prozent höher. Erstmals seit längerer Zeit nahm der Pharmariese Novartis wieder das Aktienrückkaufprogramm auf und kaufte über die zweite Linie an der Schweizer Börse eigene Aktien.

Ascom mit Kurssprung

Am breiten Markt stachen die Aktien von Ascom mit einem Kurssprung von 8,2 Prozent heraus. Der Telekomausrüster hat die Sparte Network Testing verkauft, die laut Analysten wertvernichtend war. Gewinnmitnahmen drückten die Aktien von Arbonia Forster um knapp zwei Prozent.

(reuters/ise/mbü)