Dieser Tage ermässigte sich zwar der Rohölpreis wieder, nachdem er jüngst noch einen Rekordwert von 120 Dollar je Fass erreicht hatte. Grund der Konsolidierung sind ein etwas stärkerer Dollar sowie Gewinnmitnahmen an der psychologisch wichtigen Schwelle.

Analysten weisen aber darauf hin, dass es lediglich eine Frage der Zeit sein dürfte, bis neue Rekordstände erreicht werden, zumal Makrodaten aus den USA signalisieren, dass bisher keine «wirkliche» Rezession eingetreten ist und eine weitere Abschwächung des Dollar ebenfalls zu erwarten ist. Neue Rekordstände haben ebenfalls die Gaspreise erreicht. Die in New York gehandelten Futures stiegen um 2,4% auf 10.59 Dollar pro 1000 Kubikfuss.

«Fundamentales Schnäppchen»

Von den steigenden Rohöl- und Gaspreisen profitieren laut den Analysten von Merrill Lynch gegenwärtig besonders die russischen Energiekonzerne. Sie sitzen auf den grössten Erdgasvorräten, nennen grosse Rohölvorräte ihr Eigen und sind nicht (mehr) von Enteignungen bedroht, wie etwa ihre westlichen Konkurrenten in Fördergebieten wie Venezuela.

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Als «fundamentales Schnäppchen» bezeichnen die Analysten von Merrill Lynch die Aktie des russischen Konzerns Lukoil. Trotz des sich abzeichnenden robusten Gewinnsteigerungsmomentums wird die Aktie lediglich mit dem 12fachen des zu erwartenden Gewinns gehandelt, so tief wie seit 2003 nicht mehr. Das Unternehmen ist führend im russischen Raffineriegeschäft, wo die Margen Rekordstände erreicht haben. Mögliche Steuererleichterungen würden die Gewinne noch weiter anheben. Und neue Projekte wie das bei Yuzhnaya Khylchuya sowie mit usbekischen und kasachischen Förderstätten würden die Attraktivität weiter steigern.

Gegenüber den in- und ausländischen Konkurrenten wird die Lukoil-Aktie und der an westlichen Handelsplätzen und insbesondere in London verbreitete ADR mit einem (bewertungstechnischen) Rabatt von 20% gehandelt. Der letzte Abschluss liess kaum Fragen offen; negative Faktoren sehen die Analysten von Merrill Lynch nicht, und bereits bei der nächsten Ergebnismeldung könnten positive Neuigkeiten über neue Förderstätten die Kurse weiter beflügeln. Letzere sind seit Jahresanfang bereits um 30% gestiegen, womit auch die Volatilität angezogen hat. Gestiegener Absicherungsbedarf bei grossen Investoren hat dazu geführt, dass Puts relativ teuer geworden sind.

Sicherer dank hohem Niveau

Etliche Calls wie LKOCK, LKOBZ oder LKOCB liegen nach dem starken Anstieg schon einiges im Geld, das heisst, der Ausübungspreis ist unter dem aktuellen Kursniveau. Das reduziert die Hebelwirkung, bedeutet aber auch mehr Sicherheit. Aggressiver sind die Konditionen der bis Jahresende laufenden Scheine DB2M16, LKOBV oder DB2M13, die gegenwärtig mit relativ niedrigen Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreisen) angeboten werden. Lukoil ist auch der Basiswert der beiden Discount-Zertifikate DB1KXR und DB0NZY. Die Caps von 90 bzw. 95 Dollar erscheinen erreichbar, es winken hier annualisierte Renditen zwischen 24 und 30%.

Bereits am Anschlag angekommen sind die Investoren bei EFAJN, einem Capped-Outperformance-Produkt, bei dem zwischen 71.20 und 82.43 Dollar (des Basiswertes) eine grössere Performance als beim Basiswert winkt. Allerdings wirkt bei einer sehr soliden Performance nach oben der Stop-Level als Deckel und begrenzt die Kursgewinne. Anleger können jetzt Gewinne mitnehmen.