Der Technologiesektor ist vergleichsweise gut durch die Wirtschaftskrise gekommen. Der SWX-Technologieindex glänzte in den letzten zwölf Monaten: Mit einem Plus von 100% war die Performance doppelt so hoch wie die des Gesamtmarktes. Und in den letzten Wochen entwickelten sich die an der SIX gelisteten Technologiewerte besser als der SPI.

«In den Vorjahren hatte sich kein übermässiges Wachstum gezeigt, deshalb gab es auch keine übermässige Korrektur», stellt Panagiotis Spiliopoulos, Analyst bei der Bank Vontobel, fest. Die Schwäche im Geschäftskundenbereich in Europa und den USA habe durch das Wachstum bei Privatkunden und in den aufstrebenden Ländern kompensiert werden können. Und dank der Stabilität der Geschäftsmodelle blieben die Margen intakt. «Die Lieferantenkette bei Computerherstellern sieht gut aus», berichten auch die Analysten von Barclays, die in den ersten März-Tagen mit den Zulieferern von Grosskonzernen wie HP, Dell, Apple und Acer gesprochen haben. Dabei stützen sie sich auch auf die Februar-Daten der US-Notenbank, und die weisen einen Umsatzanstieg von 11% für den Technologiesektor aus. Computerzubehör, wo Logitech ein weltweit führender Anbieter ist, lag mit 5% etwas zurück; ein Umsatzplus verzeichnete der Halbleiterbereich, in dem Austriamicrosystems vertreten ist.

Kein Plus wegen Google-Projekt

Wenige Tage vor dem Ende des Geschäftsjahres 09/10 per 31. März reagiert die Logitech-Aktie kaum auf einen Bericht der «New York Times», wonach die Lausanner zusammen mit Intel und Sony am Google-Projekt eines Internet-TV-Dienstes beteiligt sind. «Für uns ist das eine gute Nachricht für Logitech», sagen die Analysten der Bank of America (BoA), «das stützt unsere Anlagethese, wonach die Firma ihr Umsatzwachstum mittelfristig bei 15% pro Jahr halten kann.» Die BoA empfiehlt Logitech zum Kauf. Aufholchancen sehen die Analysten der Credit Suisse aufgrund des Potenzials bei den Margen. Dieses sei in den aktuellen Kursen noch nicht enthalten. Hier setzt man ein Kursziel bei 28 Fr. und bleibt bei der Kaufempfehlung.

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Positiv gestimmt sind die Analysten der Bank Vontobel für Austriamicrosystems (AMS), deren Kurs seit Jahresanfang um 50% zugelegt hat. Bei AMS geht man von einem Umsatzplus von 20% aus. Neben der Steigerung des Betriebsgewinns von 12,9 Mio Euro in diesem Jahr auf 18,3 Mio 2011 dürfte sich laut den Analysten auch die Marge von 7,6 auf 10% verbessern. Unter dem Strich soll nach einem Verlustjahr jetzt ein Gewinn von 1.70 Euro und 2011 ein Gewinn von 2.57 Euro pro Aktie eingespielt werden. Daraus errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 für das laufende und 13 für 2011. Aufgrund der vergleichsweise illiquiden Aktie empfehlen die Vontobel-Analysten die Aktie aber nur mutigen Investoren.