N ur kein Geld verlieren: Das ist die oberste Devise des «konservativen» Anlegers. Ihm spielt für gewöhnlich die Sicherheit des Vermögens eine grössere Rolle als die Frage, wie viel Einkommen dieses generiert. Doch gerade Sicherheit ist 2009 so schwer greifbar wie selten zuvor.

Aktien nicht aussen vor lassen

Schon nur wegen der Verluste gegenüber den Realzinsen macht es indessen keinen Sinn, das Geld unter der Matraze zu horten, wie es das Klischee des vorsichtigen Anlegers will. Es existieren auch genügend Möglichkeiten, das Geld solide anzulegen und Rendite über Inflationsverluste hinaus zu tätigen. Für gute Gesellschaft ist dabei gesorgt: Die Bank Julius Bär hält selbst an einer konservativen Strategie für 2009, mindestens in der 1. Hälfte, fest.

Über einen Fünfjahreshorizont sieht Credit Suisse eine Rendite von 4% als realistisch. Ausgehend von einem fünfstelligen Anlagevolumen lohne es sich, einen grossen Teil in einen vorsichtig-ausgewogenen Strategiefonds mit etwa 25% Aktienanteil zu investieren. Komplementär dazu eignen sich Geldmarkt-Fonds, um Liquidität zu gewährleisten. Die UBS schlägt zum Beispiel einen Managed Fund Portfolio mit festverzinslichen und einkommensorientierten Werten als Kernbaustein vor.

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Wem Sicherheit über alles gilt, dem empfiehlt PostFinance das Depositenkonto als 100%-Anlage. Die Rendite des Depositokontos der Post von 1,75% ist im Vergleich zu anderen Depositenkonti noch relativ hoch.

 

 


Nur nichts Volatiles: Der neutrale Anleger

Risikofreude währt kurz ohne Reserve

Rendite ja, aber bitte möglichst wenig Volatilität im Portefeuille ? das wünschen sich «neutrale» Anleger auch in den kommenden Monaten. In der Regel orientieren sich solche Investoren an einem Vergleichsindex. Doch dieser könnte sie 2009 mit nach unten ziehen.

Beta-Blocker und Depositenkonto

Deshalb empfehlen Banken auch neutralen Investoren, in der Defensive zu bleiben. Julius Bär schlägt zum Beispiel einen «inflation linked bond fund» vor. Dieser profitiert, falls die Deflationserwartungen abebben. Ähnlich funktionieren Fonds, die in physisches, nichtderivatisiertes Gold investieren. Diese sind gegen Vertrauens- und Währungskrisen sowie Inflation abgesichert. Auch geeignet seien Beta-Blocker- Zertifikate, mit denen passiv in Aktien mit tiefer Sensitivität zum Gesamtmarkt investiert werden kann. Diese doppelte Absicherung verleiht dem Fondsvehikel einen effektiven Schutz in der gegenwärtig unsicheren Marktlage.

Eine weitere Variante sind Tracker-Zertifikate. Diese replizieren einen Aktienkorb einer bestimmten Branche, die dem Investor sympathisch ist. Wer auch noch das Gegenparteirisiko ausschalten will, der kann in Indexfonds investieren. Diese folgen ebenfalls einer Benchmark, sind aber als Sondervermögen von einer Pleite des Emittenten ausgenommen. PostFinance rät dagegen, jeweils drei Brutto-Monatslöhne auf Sparkonti zu legen. Der Rest sollte auch in Finanzprodukte fliessen: 90% davon in Anlagestrategiefonds und 10% in internationale Aktienfonds. (poe)

Der «risikofreudige» Investor nimmt volatilere Anlagen in sein Portefeuille auf, um über einen längeren Zeitraum höhere Renditen zu erzielen. Dabei weicht er auch gerne von den Benchmarks ab und akzeptiert tendenziell auch höhere Umschichtungskosten.

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Wette auf Konjunkturprogramme

In der jetzigen Marktlage ist risikoreiches Investieren ein prekäres Unterfangen. Während sich im späteren Verlauf des Jahres einzigartige Geschäftsmöglichkeiten im High-Yield- und im Schwellenland-Bereich eröffnen können, sind die Empfehlungen der Vermögensverwalter eher verhalten. Credit Suisse schlägt unter Annahme eines vierstelligen Investitionsvolumens , einer Renditeerwartung von 8% und einem Zehnjahreshorizont eine Aktienstrategie mit passiv gemanagtem Indexfonds als Kernprodukt vor. Dazu eigneten sich Geldmarktfonds, die dem Anleger Liquidität erhalten und erlauben, auf günstige Marktentwicklungen zu reagieren.

Bei UBS wird als Beispiel ein wachstumsorientiertes Management Fund Portfolio bevorzugt. Das Vehikel kann nach Vorlieben mit Öl, Health Care oder anderen Titeln angereichert werden.

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Interessante Ergänzungsprodukte sind gemäss Julius Bär Anlagefonds in Sektoren, die von US-Konjunkturpaketen profitieren, etwa im Infrastruktur-, Alternativenergie- und Technologiebereich. Für Risikofreudige ebenfalls eine Wette wert sind Schwellenland-Anleihen, die von den grossen Verwerfungen an den Obligationenmärkten profitieren könnten.(poe)