Die Tokioter Börse hat sich am Freitag von ihrem Kursrutsch wieder leicht erholt. Nach einer rasanten Berg- und Talfahrt rettete sich der japanische Leitindex Nikkei gegen Handelsende ins Plus und schloss 0,9 Prozent höher bei 14'612 Punkten. Zuvor war zeitweise um bis zu 3,5 Prozent gefallen, nachdem er am Vormittag noch 2,7 Prozent gestiegen war. Der breiter gefasste Topix ging mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent bei 1194 Zählern aus dem Handel. Experten mahnten aber zur Vorsicht. Die Volatilität in Japan weite sich auch auf andere Handelsplätze aus, sagte Stan Shamu, Marktstratege bei IG. «Das ist nicht gut für die Stabilität am Markt.»

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Die wichtigsten anderen Börsen in der Region notierten uneinheitlich. Der MSCI-Index für die asiatischen Börsen außerhalb Japans lag 0,4 Prozent schwächer. Kursverluste verzeichneten die Märkte in Sydney, Singapur und Taiwan, während die Börsen in Shanghai und Seoul leichte Gewinne verzeichneten. Der Markt in Hongkong trat auf der Stelle. Gestern hatten die Fernost-Börsen nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus China kräftig nachgegeben. Der in den vergangenen Monaten kräftig gestiegene Nikkei-Index verlor nach Gewinnmitnahmen sogar 7,3 Prozent und damit soviel wie seit der Tsunami-Katastrophe von vor mehr als zwei Jahren nicht mehr.

Angst um US-Konjunktur

Dazu kamen Andeutungen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke, wonach die Federal Reserve ihre Anleihen-Ankäufe bald einschränken könnte. Zwei hochrangige US-Notenbanker haben seitdem betont, die Fed werde den Geldhahn nicht übereilt zudrehen, zudem könnte das Tempo der Anleihenkäufe je nach konjunktureller Entwicklung gesteigert oder gebremst werden. Damit versuchten sie, die Befürchtungen vor einem früher als erwarteten Ende der US-Konjunkturhilfen am Markt wieder zu dämpfen.

Nach dem Kursrutsch in Tokio gehen Händler nicht davon aus, dass der japanischen Börse nun eine breite Korrektur bevorsteht. "Die wirtschaftlichen Bedingungen in Japan sind substanziell besser als noch vor einigen Monaten", sagte Audrey Kaplan vom Federated InterContinental Fund. "Das wird die Märkte künftig stützen." Seit Ministerpräsident Shinzo Abe im November massive Konjunkturstützen von Regierung und Notenbank angekündigt hat, haben die Aktienmärkte in Tokio ungefähr 60 Prozent zugelegt.

(jev/vst/reuters)