Der Werkzeugmaschinenhersteller Tornos hat nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2015 einen Rückgang von Auftragseingang und Umsatz. Der Bestellungseingang reduzierte sich gegenüber der Vergleichsperiode um über 15 Prozent auf 126,3 Millionen Franken und der Umsatz um 6,7 Prozent auf 117,9 Millionen zu. Währungsbereinigt ergab sich beim Umsatz ein Minus von 1,3 Prozent, wie Tornos mitteilt. Im dritten Quartal sei dabei der Umsatz mit 35,3 Millionen nur knapp unter dem Vorjahresniveau gelegen.

Geografisch gesehen habe sich die Entwicklung der letzten Monate bestätigt. Sie zeige eine spürbare Zurückhaltung in der Investitionsbereitschaft in China, die teilweise durch eine höhere Nachfrage aus den USA habe kompensiert werden können. In Europa habe die Nachfrage nicht mit den sehr starken Vorjahreszahlen mitgehalten. Produktseitig sei die Nachfrage hauptsächlich von High-end-Maschinen getrieben gewesen, während die Kundenbestellungen von Standardmaschinen hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

Erwartungen verfehlt

Mit den Zahlen hat Tornos zumindest die Umsatzvorgaben der Analysten verpasst. Die Bank Vontobel hat mit einem Quartalsumsatz von 40 Millionen Franken gerechnet und die Zürcher Kantonalbank mit einem solchen von 36,2 Millionen.

Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit nach neun Monaten verringerte sich deutlich und fiel mit 1,9 Millionen in den negativen Bereich zurück, nach einem positiven Wert von 0,8 Millionen im Vorjahr. Entsprechend ergab sich eine negative Ebit-Marge von 1,6 Prozent. Währungsbereinigt hätte der Ebit einen positiven Wert von 1,2 Millionen Franken erreicht. Damit wäre es gelungen, dank Kostendisziplin die Vorjahresperiode zu übertreffen, schreibt das sich im Umbau befindende Unternehmen.

Ausgeglichener Ebit erwartet

Das Reinergebnis lag mit -3,45 Millionen ebenfalls im roten Bereich, nach einem Gewinn von 1,4 Millionen im Vorjahr. Im Reinverlust sind negative Währungseffekte von 0,5 Millionen enthalten, nachdem sich im Vorjahr noch ein positiver Effekt in der Höhe von 1,0 Millionen ergeben hatte.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015 heisst es, es sei ein ausgeglichener Ebit zu erwarten, «sofern sich gewisse umfangreiche Kundenprojekte planmässig bis Ende Jahr abschliessen lassen».

In der Prognose vom vergangenen August hiess es noch, dass gegenüber dem Vorjahr (Ebit +2,8 Millionen) keine Verbesserung zu erwarten sei.

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Auf Frankenstärke reagiert

Tornos hat wegen des starken Frankens bereits verschiedene Massnahmen eingeleitet, wie beispielsweise eine Erhöhung der Wochenarbeitsstunden, forcierte Einkäufe im Euroraum, Adjustierung der Produktpreise oder eine striktere Kostenkontrolle. Erst vor wenigen Tagen wurde zudem die Konzentration der industriellen Aktivitäten am Standort in Moutier bekanntgegeben, wobei unter anderem für 0,4 Millionen Franken ein Fussballplatz an die Gemeinde verkauft wird.

Ab 2016 will das Unternehmen zudem auf die Berichterstattung zum ersten und dritten Quartal verzichten und sich auf die Jahres- und Halbjahresberichterstattung beschränken. Begründet wird dies mit dem erfahrungsgemäss volatilen Geschäftsverlauf innerhalb der einzelnen Quartal.

(awp/dbe/ama)