Die Aktien des Ölbohrunternehmens Transocean geben im frühen Handel weiter deutlich nach. Am Dienstag war der Aktienkurs bis Handelsschluss bereits um fast 9 Prozent abgerutscht, nachdem das US-Unternehmen eine Kapitalerhöhung bekanntgegeben hatte. Die Analysten geben sich in ihren Kommentaren von der Massnahme überrascht.

Die Transocean-Aktie standen gegen 10.35 Uhr um 3,29 Prozent tiefer bei 37.91 Franken. Der SMI sank gleichzeitig um 0,62 Prozent.

Für die Bank Vontobel ist der Betrag der Kapitalerhöhung zwar nicht «übermässig hoch». Dennoch lasse damit die Glaubwürdigkeit des Unternehmens nach, kritisiert der zuständige Analyst Fabian Häcki. Er verwies auch auf das hohe und noch nicht gelöste Prozessrisikos mit BP. Er bestätigt entsprechend sein Rating «Hold» bei einem Kursziel von 47 Franken.

Wird die Dividende gekürzt?

Für die ZKB spiegelt die Kapitalerhöhung die «innerhalb kürzester Zeit verschlechterte Situation» von Transocean. ZKB-Experte Martin Schreiber reduziert wegen dem verwässernden Effekt der Kapitalerhöhung aber auch wegen einem beeinträchtigten Ausblick seine Gewinn-Schätzungen für 2011 um 10 Prozent und für 2012 um 12 Prozent.

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Allerdings habe das Unternehmen nun auch frühzeitig finanzielle Massnahmen ergriffen, um längerfristig «gut und stabil im Wettbewerbsumfeld positioniert» zu sein. Schreibers Rating bleibt bei «Marktgewichten».

Auch die UBS-Analysten zeigen sich von der Kapitalerhöhung überrascht und enttäuscht: Man habe erwartet, dass Transocean für die Aker-Übernahme eine kleinere Aufnahme von Fremdkapital sowie den Cash-Bestand nutze, so Angie Sedita von der UBS. Damit ergebe sich auch ein Risiko, dass Transocean die Dividende kurzfristig kürzen werde. Die UBS bleibt aber beim Rating «Buy» bei einem Kursziel von 62 Dollar.

(tno/rcv/awp)