Fonds sind in der Schweiz beliebt wie keine andere Anlageform - doch auf die Börsenturbulenzen 2008 reagierten die hiesigen Anleger mit Liebesentzug: Gemäss Swissfunddata haben die Fondsvermögen bis November letzten Jahres um 95 Mrd Fr. abgenommen. 63 Mrd Fr. an Abflüssen hatten dabei allein die Aktienfonds zu verschmerzen.

Für Luca Diener, CEO Credit Suisse Asset Management Funds, ist klar: «Diese Entwicklung wird in den Ertragsrechnungen der Asset Manager deutliche Spuren hinterlassen. Kostenmanagement wird zum zentralen Faktor der Branche für das Jahr 2009.» Die CS hat nun auch als erster der wichtigsten Schweizer Marktteilnehmer den Schnitt gemacht - sie verkaufte Vermögensteile ihres ausländischen Fondsgeschäfts im Wert von 75 Mrd Fr. an die britische Aberdeen Asset Management. Für die Schweiz gibt Diener unterdessen Entwarnung. «Wir sehen kein erhöhtes Bedürfnis nach Fondsrestrukturierungen.»

Stärker nach Schwierigkeiten

Auch Martin Thommen, Head Distribution EMEA Global Asset Management bei der Marktführerin UBS, hält eine weitere Konsolidierung im Fondsbereich für «nicht überraschend». Trotzdem ist er für die kommenden Monate optimistisch. «2009 könnten Fonds relativ zu anderen Anlageklassen sehr gut laufen.»

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Zuversicht gibt Thommen ein Umschwung in der Investorenstimmung, den er festgestellt haben will. «Bei den Anlegern zeichnet sich mittlerweile glasklar die Tendenz ab, auf transparente, einfache Produkte zu setzen.» Fonds brächten diese durchschaubare Struktur mit und würden als Erste profitieren, wenn die Anleger an die Märkte zurückkehrten, so Thommen. Gérard Fischer, CEO der Kantonalbanken-Fondsfirma Swisscanto, setzt ebenfalls auf diesen Trend. «Ich bin überzeugt, dass der Fondsmarkt am Ende gestärkt aus dieser schwierigen Zeit hervorgehen wird.»

Über die Frage, welche Fondsprodukte als erste wieder zulegen, herrscht indessen wenig Einigkeit. Thommen von der UBS rechnet mit einer Gegenbewegung bei jenen Vehikeln, die am meisten verworfen wurden - etwa Fonds auf Aktien, Firmen- und Wandelanleihen. Markus Signer, Country Manager Switzerland bei Pictet Funds, warnt dagegen vor zu viel Zuversicht bei Dividendenpapieren. «In Bezug auf Aktien sind wir weiterhin vorsichtig.» Dafür schätzt Signer, dass 2009 ein gutes Jahr für Obligationen werden könnte. «Insbesondere Anleihen von Unternehmen bieten aufgrund der stark gestiegenen Risikoprämien derzeit einiges an Potenzial.» Ab Mitte Jahr könnten zu- dem hochverzinsliche Anleihen und Schwellenländer-Obligationen interessant werden, sagt Signer.

Indexfonds «in» wie nie

Auch Fischer setzt auf Zinspapiere Staatsanleihen von hoher Qualität gehörten trotz der tiefen Zinsen auch im neuen Jahr zu den «unverzichtbaren Anlagen», so der Swisscanto-CEO. Diener von der Credit Suisse schliesslich favorisiert bei den Aktienfonds jene Instrumente, die in Firmen mit hoher Dividendenrendite investieren, Exposure in der Goldproduktion aufweisen oder aber ihre Erträge durch Infrastrukturaufträge langfristig abgesichert haben.

Bei den Vehikeln selber erwarten die Fondschefs vor allem von einer Instrumentengruppe Grosses: Den Exchange Traded Funds (ETF). Die Indexfonds sind nicht nur vergleichsweise transparent in ihrer Funktion, sondern auch wegen ihrer sehr günstigen Gebühren gefragt. Ein Plus im schwierigen Marktumfeld: Die Fixkosten von Fonds nehmen bei gesunkenen Volumen im Verhältnis zum Vermögen zu.

«Am besten geschützt sind Anleger bei Fonds, die eine pauschale Verwaltungsgebühr oder eine All-in-Fee aufweisen und keine Fixkosten direkt belasten», rät Fischer von Swisscanto. Fischer sieht wegen der Umlagerung in ETF und Geldmarktfonds 2009 im Durchschnitt eine leichte Senkung bei den Fondsgebühren.