Wer die Auswirkungen der Subprime-Krise in den USA auf die Konsumenten erfassen möchte, muss nur den Geschäftsverlauf der grossen US-Konzerne Federal Express (FedEx) und United Parcel Service (UPS) verfolgen. Beide arbeiten sowohl für Privatkunden als auch für Firmen und spüren daher den Rückgang der Nachfrage bei allen Kundengruppen. Zudem kommen bei beiden Firmen die Margen sofort unter Druck, wenn die Rohölpreise steigen. Denn die Flugzeugflotten, mit denen das margenstarke Expressgeschäft abgewickelt wird, sind stark vereinheitlicht. Damit steigen die Kosten für Betrieb und Unterhalt, auch wenn weniger Fracht befördert wird.

FedEx beispielsweise warnte im Juni vor tieferem Umsatz und wies für das letzte Quartal einen Gewinn von 1.45 Dollar pro Aktie aus, der noch tiefer als die Erwartungen lag. Und auch der Ausblick auf das eben gestartete neue Geschäftsjahr liegt mit einem Gewinn zwischen 4.75 und 5.25 Dollar pro Aktie deutlich unter den bisherigen Prognosen.

Beim Konkurrenten UPS «war weniger die Schwäche als die Grösse des Einbruchs überraschend», wie JP-Morgan-Analyst Thomas Wadewitz bemerkte. Er nahm die Gewinnerwartungen gleich um 10% zurück. Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, könnte laut den Analysten von Morgan Stanley auch das Geschäftsmodell unter Druck kommen. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass ein Teil der kleinen, leichten Luftfrachtsendungen zu grösseren Ladungen, die auf dem Landweg transportiert werden können, zusammengefasst werden könnten. Mit Kühne + Nagel sowie Panalpina sind auch zwei schweizerische Logistiker von der Abkühlung der Konjunktur betroffen. Nach dem jüngsten Kurseinbruch ist die Aktie von Panalpina 40% weniger wert als zu Jahresbeginn.

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Kühne + Nagel im Vorteil

Für die Aktie von Kühne + Nagel ist der Einbruch mit 6% deutlich geringer, diese Aktie liegt indes auch 20% unter dem Zwischenhoch vom Mai. Ken Kagerer, Analyst bei der Deutschen Bank, erwartet bei der für den 21. Juli fälligen Ergebnismeldung einen verhaltenen Ausblick des Managements für die kommenden beiden Jahre. Für 2009 hat er die Gewinnerwartung um 5% auf 6.16 Fr. , entsprechend einem Kurs-GewinnVerhältnis von 15, reduziert. Aufgrund der guten fundamentalen Daten, des sehr leistungsfähigen IT-Systems und des hervorragenden Managements bleibt er bei seinem Preisziel von 130 Fr.

Bei Panalpina macht sich neben den fundamentalen Herausforderungen, von denen alle Firmen betroffen sind, der Wegfall des Geschäftes in Nigeria bemerkbar. Laut den Analysten von Morgan Stanley dürfte sich das organische Wachstum für 2009 auf 3% dezimieren. Kurzfristig sind die Gewinnschätzungen laut Menno Sanderse, Analyst bei Morgan Stanley, um 20% zu hoch. Er nahm seine Schätzung auf 7.60 von 9.30 Fr. für dieses Jahr und auf 8.90 Fr. von 11.30 Fr. für 2009 zurück. Eine Erholung dürfte frühestens 2010 eintreten.

Unter diesen Gesichtspunkten sind defensive Produkte angezeigt. Absicherung oder Richtungswetten auf tiefere Kurse ermöglichen die drei von Vontobel emittierten Puts KNIPO, KNIPV oder KNIPU. KNIPV verfällt erst im September. Die drei von Sarasin emittierten Puts auf Panalpina liegen inzwischen ebenfalls am oder schon im Geld, PWTUL ist mit seiner Laufzeit, der tiefsten impliziten Volatilität und dem hohen Ausübungspreis der defensivste der drei Puts.

Die Kühne-Aktien sind in einigen strukturierten Produkten enthalten. Das defensivste Produkt ist das von Julius Bär emittierte Kapitalschutzprodukt JENKA. Dieses verlor zwar auch an Boden, aber vom Höchststand aus lediglich 12%. Bonus-Produkte, teilweise mit anderen Aktien, haben Sal. Oppenheim und die Deutsche Bank begeben. Auch auf Panalpina sind Produkte emittiert worden. Weit unter Ausübungspreis notiert der Discounter JTPWH. Die ZKB, Clariden Leu und die UBS haben zudem einige Barrier Reverse Convertibles ausstehend.

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