Sie gelten dem Publikum gleichermassen als «Heuschrecken», Firmenretter, Risikokapitalgeber oder als seriöse Finanzierer von Firmen und Projekten: Die Unternehmen aus dem Bereich Private Equity. Aber auch sie müssen sich an der Performance des Marktes messen lassen – und dabei ist ihre Bilanz durchzogen.

Der Dow Jones Private Equity Index hat, auf Dollarbasis, seit Jahresanfang 20% verloren. Anfang August meldete Branchenriese Blackstone Group überraschend einen Verlust von 156 Mio Dollar für das 2. Quartal. Im Jahr zuvor konnte das Unternehmen noch einen Gewinn von 774 Mio Dollar melden.

Die Festung hat Risse

Damit steht Blackstone nicht allein. «Die Festung hat Risse», kommentierten die Analysten der Citigroup das Ergebnis des Konkurrenten Fortress. Ein niedriger Neugeldzufluss, tiefere Gewinne, schlecht getimte Kauf- und Verkaufszeitpunkte von Assets sowie absehbare Dividendenschnitte brachten eine Verkaufsempfehlung ein. Auch die Analysten von Jefferies kommentierten «underperform» auf dem Hintergrund der seit Jahresbeginn um 23% gefallenen Kurse.

Das Geschäft ist viel schwieriger geworden, und so suchen die Private-Equity-Unternehmen neue Bereiche wie das Kreditgeschäft. Bei diesem ist indes, anders als bei billig gekauften und teuer weiter gegebenen Firmen, das Gewinnpotenzial viel geringer. Und auch die neuen Mittel fliessen spärlicher. KKR, Pionier der Branche der Firmenaufkäufer, plant deshalb den eigenen Börsengang über das bereits in Amsterdam gelistete Finanzvehikel KKR Private Equity Investors (KPE). Und auch Texas Pacific, ehemaliger Besitzer von Bally, und die Carlyle Group haben Börsenpläne. Neben Direktinvestments in die Aktien haben Anleger auch die Möglichkeit, in Branchenzertifikate zu investieren.

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In der Schweiz ist ein von Lehman emittiertes, in Euro denominiertes und zu 95% kapitalgeschütztes Produkt (Valor 271 2097) mit Laufzeit bis Ende Juni 2010 erhältlich. Das Produkt ist nach oben hin «gekappt», bis zu einer Performance von 145% wird ein Kursanstieg aber vollständig weitergegeben. Basiswert ist der S&P Listed Private Equity Index. Seit Frühjahr hat der Index 15% eingebüsst, der breite S&P 500 Index hatte sich deutlich besser gehalten.

Zu spät aufgesprungen

Das Lehman-Produkt hat seit der Lancierung 18% verloren. Die kontinuierliche Preiserosion, die durch den schwach performenden Basiswert und den ebenfalls anämischen Dollar verursacht worden war, erlebte in der 2. Märzhälfte eine zusätzliche Beschleunigung, als sich die US-Investmentbank Bear Stearns in die Arme von JP Morgan flüchten musste und Gerüchte um Schieflagen bei Lehman (auch) die strukturierten Produkte dieses Hauses belasteten.

Zwar erholten sich die Kurse anschliessend wieder. Aber es wurde nicht mehr das Niveau vor den turbulenten Tagen im März erreicht. Dieses Produkt ist kein negativer Ausreisser auch die Performance des halben Dutzends in Deutschland erhältlicher Index-Produkte ist durchwegs unbefriedigend, die Kursverluste liegen, je nach Ausgestaltung, zwischen 15 und 30%.

Die Produkte auf die Private-Equity-Aktienindizes haben bisher nicht das gehalten, was Anleger von den Private-Equity-Firmen erwartet hatten. Das Problem liegt hier an den einst trendigen Basiswerten, weniger an den Emittenten. Diese waren lediglich aufgesprungen, als der Zug schon abwärts rollte.