Die Trendjacke des Winters feiert auch an der Börse einen Erfolg: Canada Goose startete in Toronto und New York fulminant in den Handel. Der Kurs der «GOOS»-Aktien verteuerte sich am ersten Handelstag gleich um 27 Prozent. Damit gelang den Kanadiern der zweitgrösste IPO des Jahres.

Anders als die Nummer eins Snap überzeugen bei Canada Goose auch die Zahlen. In den letzten neun Monaten stiegen die Verkäufe um 41 Prozent. Jim Cramer, Börsenexperte beim TV-Sender CNBC, spricht von einer siegreichen Kombination: «Ich glaube Canada Goose bietet eine überzeugende Geschichte mit einem wunderbaren Produkt und fantastischen Wachstumstreibern.»

Wegen von der Winterjacken-Abhängigkeit

Zumindest die Schweiz überzeugen die Daunenjacken mit dem Koyotenpelzkragen bereits. Obwohl die Jacken um die 1000 Franken kosten, waren sie diesen Winter von Schweizer Strassen nicht wegzudenken. Investoren glauben aber daran, dass noch mehr Wachstum drinliegt.

Dies soll über neue Märkte, aber auch Produkte passieren. So will Canada Goose die Frühjahrs- und Herbstkollektion ausbauen und neue Produkte wie Strickwaren, Schuhe, Mützen und Handschuhe entwickeln. Sogar Reisegepäck und Bettwäsche soll es bald geben.

Das heutige Sortiment ist stark auf Winterjacken ausgerichtet. Das birgt Risiken, wie das Unternehmen im Börsenprospekt zugibt: «Finden Konsumenten unsere Jacken nicht mehr stylischer und funktional besser als Konkurrenzprodukte, könnten die Verkäufe einbrechen.» Vom Trendprodukt würden die modischen Jacken dann schnell zum Ladenhüter.

Europazentrale in Zug

Auch beim Vertrieb will Canada Goose zulegen. Das Online-Geschäft soll ausgebaut und neue Direktverkaufsgeschäfte in Grossstädten sowie Top-Naturdestinationen eröffnet werden. Zu den Wachstumsmärkten zählt das Unternehmen Deutschland, Italien und Skandinavien. Auch von China und anderen grossen Märkten, wo sie heute nur schwach vertreten sind, erhofft sich das Management viel.

Profitieren von diesem Wachstum könnte auch der Canada-Goose-Ableger in Zug. Das dortige Büro ist seit 2015 für die Geschäfte ausserhalb von Nordamerika zuständig. Zudem war mit der Credit Suisse auch eine Schweizer Bank an den Vorbereitungen zum Börsengang beteiligt.

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Proteste gegen Tierquälerei

Ein weiteres Risiko für den Erfolg von Canada Goose hat sich gezeigt: Die Tierschutzorganisation Peta nahm den Börsengang zum Anlass für Demonstrationen. Die Organisation erwarb zudem Aktien, um auf diesem Weg Druck ausüben zu können, berichtete die «Financial Times».

PETA (@peta) 16. März 2017

Die Glocke zum Börsenstart läutete in New York der Enkel des Gründers. Dieser steht heute an der Spitze des 1957 gegründeten Unternehmens. Unter Dani Reiss wuchs die kanadische Firma kräftig – doch trotz internationalem Erfolg werden die Produkte noch immer in Kanada produziert. 2013 kam Bain Capital als Grossinvestor an Bord, der auch nach dem IPO noch 57 Prozent am Unternehmen hält. CEO Reiss hält eine Minderheit. An der Börse in Toronto konnte er am Donnerstagabend den ersten Tag erfolgreich ausklingen lassen.