Z um positiven Ergebnis von 4,34 Mrd Fr. für das vergangene Jahr in der Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie trug der Bereich Textil (Heimtextilien, Spezialgewebe usw.) mit 2,28 Mrd Fr. (+6,1%) bei und der Bekleidungssektor mit 2,06 Mrd Fr. (+4,0%). Auch beim Import und Export waren durchwegs steigende Zahlen zu verzeichnen.

Die bedeutendsten Absatzmärkte waren weiterhin Deutschland, Italien und die USA, wobei die USA bei der Bekleidung mit 391,5 Mio Fr. (+5,6%) Deutschland mit 387,5 Mio Fr. (+3,6%) wieder überrundet haben. Es ist dies das Resultat einer hartnäckig verfolgten Strategie der konsequenten Ausrichtung auf komplexe, innovative Produkte oder Luxusfabrikate. Der mit Abstand wichtigste Markt ist der EU-Raum: 75% der Textilien und 52% der Bekleidungen werden in diese Staaten exportiert.

Anstieg der Beschäftigtenzahl

Erstmals seit längerer Zeit hat auch die Zahl der Beschäftigten in der Schweiz um 3,8% auf 16400 Personen zugenommen. Auch im Ausland beschäftigt die Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie wieder mehr Fachkräfte. Für diesen Bereich liegen allerdings erst die Zahlen des Jahres 2006 vor: Für 2006 ist ein Plus von 5,6% auf 93214 zu verzeichnen, ein Trend, der sich auch 2007 fortgesetzt hat. Die Zahl der Lernenden der neu gestalteten Ausbildung zum Textiltechnologen oder zur Textiltechnologin hat sich 2007 um rund 10% erhöht. Auf der Techniker- und Meisterstufe sind die Klassengrössen ebenfalls merklich angestiegen, und dieses Jahr kann der Textilverband wieder eine höhere Fachprüfung für Textil-meister durchführen.

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Mit fachlichem Know-how und Innovationskraft sorgt die Schweizer Textilbranche seit Jahren da-für, gewonnene Märkte zu behalten und neue Ziele anzuvisieren. Enorm wichtig ist dabei die Fähigkeit, Trends frühzeitig zu erkennen und der Konkurrenz mit Spezialfabrikaten immer einen entscheidenden Schritt voraus zu sein. Nur auf diese Weise können die Schweizer Firmen der stetig wachsenden Konkurrenz aus Niedriglohnländern erfolgreich die Stirn bieten.

Chance in Russland

Die Branche fühlt sich für diese Herausforderung gut gerüstet und blickt zuversichtlich in die Zukunft. Unterstützung erhofft sie sich aber seitens der Politik, die mithelfen kann, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Relevant sind folgende Themen: Freihandelsabkommen mit wichtigen Abnehmerländern, öffentliches Beschaffungswesen, Markenschutz der Herkunftsangabe «Schweiz» und des Stempels «Swiss made», Energieversorgung und Sicherung der Übereinkommen mit der EU.

Grosse Hoffnungen setzt der Textilverband Schweiz in ein neues Kontaktbüro in Moskau, das der Branchenverband mit den Verbänden Deutschlands, Österreichs und Frankreichs Anfang Mai 2008 eröffnen wird. Diese Anlaufstelle soll Kontakte zur Branche und zu Amtsstellen schaffen, Wirtschaftsdaten und Marktinformationen beschaffen und jede Art von Unterstützung bei Import und Export leisten. Der russische Markt wächst kontinuierlich, und von diesem Umstand möchte auch die Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie optimal profitieren.