Barrier Reverse Convertibles gehören zu den meistverwendeten strukturierten Anlageprodukten. Diese Renditeoptimierungsprodukte lassen sich über die Barriere, den Zinssatz oder den Coupon fast beliebig weiterentwickeln. Eine interessante Variante stellt der «Autocallability»-Mechanismus dar.

Gegenwärtig beliebt

Dass die Beliebtheit von Barrier Reverse Convertibles anhält trotz einem Marktumfeld, in dem festverzinsliche Anlagen kaum rentieren, hat auch damit zu tun, dass die Papiere in seitwärts laufenden Aktienmärkten eine positive Performance erzielen. Denn bei Verfall erhält der Anleger einen garantierten Coupon und, solange keine der zugrunde liegenden Aktien während der Laufzeit unter die jeweilige Barriere gefallen ist, das Kapital zurück.

Wurde hingegen mindestens eine Barriere berührt, erfolgt die Lieferung jener Aktie mit der schlechtesten Kursentwicklung - vorausgesetzt, diese ist seit der Lancierung negativ. Der Anleger trägt somit das Risiko, eine Aktie geliefert zu bekommen, die stark an Wert verloren hat. Dieses Auszahlungsprofil mag kompliziert erscheinen, viele Anleger sind jedoch damit vertraut.

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Gezielt Chancen nutzen

Mit Weiterentwicklungen dieses Klassikers können spezifische Markterwartungen noch präziser umgesetzt werden. Ansatzpunkte für Modifikationen bei den Barrier Reverse Convertibles gibt es grundsätzlich bei der Barriere, der Verzinsung der zugrunde liegenden Geldmarktanlage oder bei der Couponzahlung.

Eine weitere interessante Variante ist der «Autocallability»-Mechanismus. Dieser Mechanismus bewirkt, dass das Produkt bereits vor Verfall zurückbezahlt wird, falls gewisse Bedingungen eintreffen. Eine solche Voraussetzung ist zum Beispiel, dass alle Aktien am gleichen Tag 5% über ihrem Anfangslevel schliessen. Da auch in diesem Fall der gesamte Coupon ausbezahlt wird, können die realisierten Renditen bei vorzeitiger Rückzahlung auf annualisierter Basis sehr hoch ausfallen.

Diese «Trigger» Barrier Reverse Convertibles eignen sich besonders für Anleger, die zusätzlich von kurzfristigen Markterholungen vorzeitig profitieren wollen. Das damit verbundene Wiederanlagerisiko kann auch als Chance für eine Neupositionierung betrachtet werden. Diese Variante kann aber nur dann einen Mehrwert bieten, wenn sie richtig eingesetzt wird. Voraussetzungen dazu sind präzise Erwartungen bezüglich der zukünftigen Kursentwicklungen und Volatilitäten, jedoch auch eine Beurteilung des Diversifikationspotenzials im Portefeuillekontext, sodass Klumpenrisiken vermieden werden.

Profit dank erhöhter Volatilität

Bei der Bank Sarasin wurden diese «Trigger» Barrier Reverse Convertibles bereits im Portfolio-Management eingesetzt. Ausgangspunkt war die Erwartung von grundsätzlich seitwärts tendierenden Aktienmärkten, wobei kurzfristige Aufhellungen der Marktstimmung jedoch nicht ausgeschlossen wurden. Da jeweils auch die Volatilitäten leicht zugenommen hatten, konnten mit Produkten auf Julius Bär, CS und Swatch (in Franken) resp. Oracle, Texas Instruments und Applied Materials (in Dollar) jeweils Coupons von über 9% p.a. garantiert werden.

Erstere Basiswerte wiesen allesamt ein internes «Buy-Rating» auf, letztere konnten dem mit «Übergewichten» eingestuften Technologiesektor zugerechnet werden. Keine der Basiswerte waren bereits in den Porte feuilles enthalten, Klumpenrisiken konnten ausgeschlossen werden.

Defensive Position beibehalten

Das Beispiel illustriert, dass «Trigger» Barrier Reverse Convertibles es möglich machen, an einem kurzfristigen Marktaufschwung zu partizipieren, gleichzeitig aber die defensive Positionierung gegenüber Aktien beizubehalten. Die Abbildung zeigt denn auch, dass es jeweils nur wenige Tage dauerte, bis alle Titel gleichzeitig 5% höher notierten und die Produkte vorzeitig zurückbezahlt wurden - inklusive Coupon von über 9%.

Durch die intensive und institutionalisierte Zusammenarbeit von Research, Portfolio-Management und Financial Engineering konnte auf diese Weise in kurzer Zeit ein Mehrwert geschaffen werden, ohne dass das Portfoliorisiko insgesamt erhöht werden musste.