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Zuwachs
Trotz der Katalonien-Rede kann der SMI zulegen

Schweizer Börse: Der SMI schliesst höher. Keystone

Die Katalonien-Krise macht Schweizer Anleger nervös. Dennoch steigt der Leitindex SMI leicht.

Veröffentlicht am 10.10.2017

An der Schweizer Börse haben sich die Anleger am Dienstag zurückgehalten. Die Entwicklung in Spanien machte die Marktteilnehmer nervös und sie wollten abwarten, wie es weitergeht. Der Regierungschef der Region Katalonien, Carles Puigdemont, wollte am Dienstagabend das weitere Vorgehen nach dem Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober darlegen. Dabei könnte es im Regionalparlament in Barcelona zur Proklamation der Unabhängigkeit Kataloniens kommen. Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy hat mehrmals betont, eine Loslösung der wohlhabenden Region im Nordosten des Landes nicht zu akzeptieren.

Der SMI schloss nach Handel in enger Spanne um 0,1 Prozent höher mit 9267 Punkten. Charttechnikern zufolge konsolidiere der Leitindex den jüngsten Anstieg über die Widerstandszone um 9180/9200 Zähler. Sollte sich das Börsenbarometer über dieser Zone etablieren, rücke das Rekordhoch von 9548 Punkten im Sommer 2007 in Reichweite.

Givaudan-Aktie steigt deutlich

Firmenspezifische Impulse blieben vor dem Start in die US-Bilanzsaison in den kommenden Tagen dünn gesät. In der Schweiz machten der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan und die Schraubenhandelsfirma Bossard Angaben zum Geschäftsverlauf. Die Givaudan-Aktien stiegen um 3,1 Prozent. Das Unternehmen aus Genf steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 7,7 Prozent auf 1,27 Milliarden Franken und schnitt besser ab, als im Markt erwartet. Die ZKB-Analysten sprachen von einer signifikanten Beschleunigung im dritten Quartal. Die Bank Vontobel will ihre Schätzungen erhöhen.

Ein gutes Ergebnis des Konkurrenten LVMH schob die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch ein beziehungsweise 0,7 Prozent hoch. Der Weltmarktführer aus Frankreich steigerte den Umsatz stärker als erwartet.

CS notiert im Minus

Kaum verändert zeigten sich die Aktien der Banken: Credit Suisse verlor 0,1 Prozent an Wert, während UBS leicht hinzugewann. Europaweit gaben die Anteile von Geldhäusern eher nach, der Branchenindex sank um 0,3 Prozent. Versicherungsaktien zeigten bei geringen Kursänderungen keine klare Richtung.

Bei den als krisenresistent geltenden Indexschwergewichten gewann Nestle 0,4 Prozent an Wert. Die Pharmawerte Novartis und Roche gaben 0,7 und 0,3 Prozent nach. Zyklische Werte zeigten bei meist geringen Kursänderungen keinen klaren Trend. Die Aktien von ABB schwächten sich um 0,4 Prozent ab, während die von LafargeHolcim 0,6 Prozent vorrückten.

Bossard profitiert von Tesla

Am breiten Markt schnellten die Anteile von Bossard sechs Prozent hoch. Die Schraubenhandelsfirma steigerte den Umsatz im dritten Quartal auch dank einer guten Entwicklung in Europa um gut zwölf Prozent auf 194,6 Millionen Franken. Für das vierte Quartal und das Gesamtjahr zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich.

Die Aktien von Orascom setzten ihren Höhenflug fort und schossen weitere 14 Prozent hoch. Die Titel des Bau- und Hotelkonzerns werden wegen der Hoffnung auf eine Belebung des Tourismus in Nordafrika gekauft, hiess es am Markt. Die Anteile des Flughafen Zürich kletterten 2,7 Prozent. Mit dem Beginn der Herbstferien dürften auch die Passagierzahlen kräftig steigen und die Kassen am grössten Schweizer Flughafen füllen, sagte ein Händler.

(sda/mbü)

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