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Trotz ETF-Sperren in Bitcoin-Anlagen investieren

Bitcoin: Verheissung für Anleger. Keystone

Die ersten beiden Zulassungsanträge für Bitcoin-ETF sind zurückgewiesen worden. Schweizer Investoren haben eine Alternative.

Von Matthias Niklowitz
am 11.04.2017

Auch der zweite Zulassungsantrag für einen Bitcoin-ETF ist Ende März gescheitert. Die US-Börsenaufsicht SEC lehnte einen entsprechenden Antrag von Solidx Management, einem Blockchain-Unternehmen, ab.

Bereits am 10. März waren die Brüder Winklevoss und die Börse Bats BZX mit einem ersten Anlauf gescheitert. Die SEC brauchte beim zweiten Antrag lediglich die Adresse und die exakte Bezeichnung des Bitcoin-ETF anzupassen - ansonsten war das Schreiben identisch: Es fehle bei Bitcoin an Transparenz, es gebe keine staatliche Anbindung und damit keine Gegenseite, die für die Einhaltung der Regeln zuständig ist, und das Bitcoin-Netzwerk sei damit offen für Betrug und Preismanipulation.

Zu viele Engpässe

Die Brüder Winklevoss hatten mit der New York Stock Exchange kooperiert, um ihren ETF auf der Arca-Plattform der Börse zu listen. Auf dieser in Nordamerika populären Plattform werden bereits über 8000 ETF gehandelt. ETF sind für Börsen wie die NYSE oder Bats ein extrem wichtiges Handelssegment geworden - auch deshalb setzten sich jetzt die Börsenbetreiber für diese neuen Produkte ein.

Dass eine Zulassung zu einem grossen Erfolg geführt hätte - daran zweifelt in der Bitcoin-Community niemand. Allein die Aussicht auf eine bevorstehende mögliche Kotierung und das damit zusammenhängende grössere Interesse der Anleger hatte den Bitcoin-Preis Anfang März erstmals auf fast 1300 Dollar und damit höher als den Goldpreis getrieben. Der Bitcoin-Preis brach indes nach der ersten Rückweisung kurzfristig um einen Drittel ein, bevor er sich bei 1050 Dollar stabilisierte.

Allerdings zeigte man sich selbst in der Bitcoin-Community erleichtert: Das Bitcoin-Netzwerk in der gegenwärtigen Form hätte Schwierigkeiten gehabt, ein stark steigendes Interesse zu absorbieren. Die Kapazität liegt bei sieben Transaktionen pro Sekunde, es dauert gut zehn Minuten, bis eine einzelne Transaktion vom gesamten Netz kontrolliert und bewilligt ist. Eine Art Zweiteilung des Bitcoin-Netzes in ein schnelleres für kleine Transaktionen sowie das bestehende, wo die Sicherheit im Vordergrund steht und das Tempo zweitrangig ist, könnte diese Engpässe beseitigen.

Tracker statt ETF

Sowohl die Brüder Winklevoss als auch Solidx Management wollen den Entscheid anfechten. Gelöst sind damit die erwähnten fundamentalen Probleme nicht. Und es kommen weitere hinzu: Die speziellen Bitcoin-Rechenzentren, die die einzelnen Transaktionen prüfen und dafür mit neuen Bitcoins entschädigt werden (die «Miner»), wickeln zu 93 Prozent Transaktionen aus China beziehungsweise mit chinesischer Beteiligung ab. Wohlhabende Chinesen nutzen die Kryptowährung offenbar für die Umgehung der chinesischen Kapitalkontrollen. Anfang 2017 hatte China verschärfte Kontrollen bei den drei grössten chinesischen Bitcoin-Börsen angekündigt.

Ein Anlagevehikel, welches das Gleiche kann wie die Bitcoin-ETF, gibt es in der Schweiz bereits seit vergangenem Oktober: Die Bank Vontobel hatte einen Preis-Tracker auf den Bitcoin-Dollar-Preis emittiert. Der Preis hatte sich - parallel zum Basiswert, dem Bitcoin - zwischenzeitlich verdoppelt.

Indirekte Varianten

Darüber hinaus gibt es zwei weitere indirekte Varianten für Bitcoin-Investments: Einzelne Fonds beziehungsweise Private-Equity-Vehikel investieren in Bitcoin-Startups. Damit ist das Problem der Zulassung durch die Aufsichtsbehörden gelöst - es bleiben indes die Risiken des Marktsegments sowie die firmenspezifischen Risiken, die die Startups selber aufweisen.

Der konservativere Weg führt über Firmen, die in grossem Massstab auf die Blockchain-Technologie setzen, die Basis auch für die Bitcoin-Währung. Dazu zählen die grossen US-Technologiefirmen IBM und Cisco sowie Banken, die massiv auf diese Technologie setzen, wie JP Morgan, Goldman Sachs und Citigroup.

 

 

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